Ist-Besteuerung / 2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Unterschied zwischen Ist- und Soll-Besteuerung

Der Unternehmensberater Huber hat seinem Kunden für ein Unternehmenskonzept 10.000 EUR zuzüglich Umsatzsteuer (= 11.900 EUR brutto) in Rechnung gestellt. Seine Rechnung datiert vom 15.4.. Sein Kunde überweist ihm am 5.10. einen Betrag von 8.000 EUR.

a) Unternehmensberater Huber wendet die Ist-Besteuerung an

Herr Huber erfasst den gezahlten Betrag von 8.000 EUR – 1.277,31 EUR USt = 6.722,69 EUR erst in seiner Umsatzsteuervoranmeldung für den Monat Oktober; bei einer vierteljährlichen Abgabe in der Voranmeldung für das 4. Quartal. Herr Huber versteuert nur den Betrag, den sein Kunde tatsächlich gezahlt hat. Er bucht im Zeitpunkt der Zahlung wie folgt:

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1200 Bank 8.000 8400 Erlöse 19 % USt 6.722,69
      1776 Umsatzsteuer 19 % 1.277,31
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1800 Bank 8.000 4400 Erlöse 19 % USt 6.722,69
      3806 Umsatzsteuer 19 % 1.277,31

b) Unternehmensberater Huber wendet die Soll-Besteuerung an

Herr Huber muss den Umsatz in seiner Umsatzsteuervoranmeldung für den Monat April erklären. Er zahlt die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer von 1.900 EUR im Monat Mai, bei einer Dauerfristverlängerung im Juni. Im Zeitpunkt der Rechnungserstellung bucht er wie folgt:

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.900 8400 Erlöse 19 % USt 10.000
      1776 Umsatzsteuer 19 % 1.900
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.900 4400 Erlöse 19 % USt 10.000
      3806 Umsatzsteuer 19 % 1.900

Zahlt der Kunde im Oktober nicht den vollen Betrag, kann er die Umsatzsteuer von (11.900 EUR – 8.000 EUR = 3.900 EUR : 119 × 19 =) 622,69 EUR im Voranmeldungszeitraum Oktober nur dann korrigieren, wenn absehbar ist, dass er die restliche Forderung nicht mehr erhält bzw. sein Kunde eine Zahlung des Restbetrags ablehnt. Ist dies der Fall, bucht er die Zahlung und den Restbetrag als Forderungsausfall (Korrektur der Erlöse) wie folgt:

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1200 Bank 8.000,00 1400 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.900
8400 Erlöse 19 % USt 3.277,31      
1776 Umsatzsteuer 19 % 622,69      
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1800 Bank 8.000,00 1200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.900
4400 Erlöse 19 % USt 3.277,31      
3806 Umsatzsteuer 19 % 622,69      

Bestehen Aussichten, den Restbetrag von 3.900 EUR noch zu erhalten, bleibt die Forderung insoweit bestehen und eine Korrektur der Umsatzsteuer scheidet aus. Wenn Kunden verspätet zahlen, ist der Nachteil der Soll-Besteuerung besonders groß.

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