Insolvenzrechnungslegung na... / 3.1.4 Konzernabschluss für jedes während des Verfahrens endende Geschäftsjahr
 

Rz. 104

Im Rahmen der nach § 155 Abs. 1 InsO weiter geltenden handelsrechtlichen Rechnungslegungspflichten besteht auch die Verpflichtung der Muttergesellschaft zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach §§ 290 ff. HGB fort.

 

Rz. 105

Ist die Going-Concern-Prämisse bei einem Mutterunternehmen weggefallen, bedeutet dies nicht, dass der gesamte Konzernabschluss unter Abkehr von der Going-Concern-Annahme aufzustellen ist. Auf die Konzernunternehmen, bei denen die Prämisse des Going-Concern aufrechtzuhalten ist, sind gemäß § 308 HGB einheitliche Bewertungsmethoden anzuwenden. Ist bei mehreren einbezogenen Konzernun­ternehmen die Going-Concern-Prämisse weggefallen, sind für diese gemäß § 308 HGB ebenfalls einheitliche Bewertungsmethoden anzuwenden. Die im Konzernabschluss angewandten Bewertungsmethoden sind im Konzernanhang zu erläutern.

 

Rz. 106

Ist hingegen nur eine Tochtergesellschaft Insolvenzschuldnerin, so steht der Muttergesellschaft ein Wahlrecht hinsichtlich der Einbeziehung der Tochtergesellschaft in den Konzernabschluss zu. Aufgrund der Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis des Insolvenzverwalters ist in der Regel die Ausübung der Rechte des Mutterunternehmens in Bezug auf das Vermögen und/oder die Geschäftsführung des insolventen Tochterunternehmens nachhaltig beeinträchtigt.

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