Innovationscontrolling: Ben... / 3.3.2 Aufgaben im Innovationsportfolio

Sicherstellung von Effektivität

Das Innovationsportfolio stellt die Gesamtheit aller Innovationsprojekte im Unternehmen dar. Der klassischen Portfoliotheorie folgend, sollten Chancen und Risiken von Innovationsprojekten in den Kontext des Gesamtportfolios gesetzt und auf dieser Ebene betrachtet werden. Daher sollten Ziele auch auf Portfolioebene definiert sein. Als Hauptaufgabe des Innovationcontrollings auf dieser Ebene ist die Sicherstellung der Effektivität zu verstehen. Um diesem Ziel gerecht zu werden, sind verschiedene Aspekte zu beachten, auf die wir im Folgenden detailliert eingehen:

Performance Measurement & Ressourcenallokation

Ein elementarer Bestandteil des Innovationscontrollings auf dieser Ebene ist die regelmäßige Überprüfung des Zielerreichungsgrades des Innovationsportfolios. Dabei kann sowohl auf Modelle zurückgegriffen werden, die sich Finanzkennzahlen bedienen, als auch auf solche, die die Leistung des Innovationsportfolios durch Scorecards, Checklisten oder andere Methoden abbilden.

Darüber hinaus gilt es, den Ressourceneinsatz im Innovationsportfolio als Ganzes zu betrachten und die Ressourcen nicht nur im Kontext einzelner Projekte zu verteilen. Dabei sollte ein besonderer Fokus darauf liegen, sich nicht auf die Ressourcenallokation zu Beginn des Projektes zu beschränken, sondern regelmäßig zu überprüfen, ob diese noch mit dem Zielportfolio übereinstimmt. Neue Innovationsprojekte sollten nur begonnen werden, wenn ausreichend Ressourcen für die effektive Durchführung gesichert sind.

Portfoliobalance & -zusammenstellung

Erfolgreich innovierende Unternehmen setzen zudem auf einen Mix aus inkrementellen Innovationsprojekten und solchen von radikaler Natur. Eine andere Betrachtungsweise, im Kern jedoch mit ähnlichem Ansatz, stellt die Portfoliozusammenstellung unter Abwägung des Risikos der einzelnen Projekte dar. Ein Unternehmen könnte beispielsweise ein vordefiniertes Verhältnis zwischen Projekten mit hohem und Projekten mit weniger hohem Risiko definieren.

Priorisierung & potenzieller Projektabbruch

Als letzter effektivitätssichernder Aspekt im Innovationsportfoliomanagement ist die Notwendigkeit der Priorisierung zwischen den verschiedenen Innovationsprojekten zu nennen. Im Einklang mit dem Performance Measurement werden somit erfolglose und nicht rentable Projekte identifiziert. Auch sollten klare Kriterien bezüglich des Abbruchs von Projekten definiert sein. Es ist die Aufgabe des Innovationsmanagements und -controllings ggf. unpopuläre Entscheidungen zu treffen, sollten diese dem Gesamtportfolioerfolg dienen. Projekte, welche als unrentabel identifiziert wurden, sollten abgebrochen und aus dem Portfolio genommen werden. Dies geschieht unabhängig davon, in welchem Stadium des Entwicklungsprozesses sie sich befinden.

Abb. 5: Benchmark-Ergebnisse der Dimension Aufgaben im Innovationsportfolio

Viel Potenzial im Portfoliomanagement

Im Hinblick auf das Innovationsportfolio zeigt sich bei der Ausprägung der verschiedenen Aufgaben unter den teilnehmenden Unternehmen nur eine geringe Varianz (vgl. Abb. 5). Es stellt sich allerdings heraus, dass die Teilnehmer bei der Identifizierung sowie Einstellung von erfolglosen bzw. nicht rentablen Innovationsprojekten am stärksten aufgestellt sind. Nichtsdestotrotz belegen die Werte, dass in allen Bereichen des Steuerns und Managens von Innovationsportfolios Verbesserungspotential besteht. Dies ist entscheidend, da alle Aufgaben einen signifikanten Einfluss auf den Innovationserfolg haben. Einzig das selektive Hinzufügen von neuen Innovationsprojekten unter der Voraussetzung, dass ausreichende Ressourcen zur Verfügung stehen, hat keinen positiven Einfluss auf das Hervorbringen von Innovationen.

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