Informationstechnik: Hardwa... / 3.3.2.1 Planmäßige Abschreibung
 

Rz. 21

EDV-Anlagen bzw. die zugehörigen Komponenten zählen zu den abnutzbaren (beweglichen) Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und sind gem. § 253 Abs. 3 Satz 1 HGB planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Handelsrechtlich bestehen keine Einschränkungen im Hinblick auf die Abschreibungsmethoden.

 

Rz. 22

Steuerrechtlich kommt als Abschreibungsmethode bei Anschaffung bzw. Herstellung nach dem 1.1.2011 gem. § 7 Abs. 1 EStG nur noch die lineare Abschreibung in Betracht; daneben kann bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen die Sonderabschreibung gem. § 7g EStG in Anspruch genommen werden. Die Voraussetzungen für eine Leistungsabschreibung gem. § 7 Abs. 1 Satz 6 EStG werden bei EDV-Anlagen und sonstiger Hardware dagegen kaum erfüllt sein.[1]

 

Rz. 23

vorläufig frei

 

Rz. 24

Grundsätzlich ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von EDV-Anlagen betriebsindividuell zu ermitteln. Die Finanzverwaltung geht in den allgemeinen AfA-Tabellen, deren Anwendung der BFH für PC ausdrücklich bestätigt hat,[2] von folgenden Abschreibungszeiträumen aus:

 
Wirtschaftsgut Nutzungsdauer bei Anschaffung nach dem 31.12.2000[3]
Großrechner 7 Jahre
Workstations, Personalcomputer, Notebooks, Peripheriegeräte (Drucker, Bildschirme, Scanner) jeweils 3 Jahre
 

Rz. 25

Zwar ist durch die Neufassung der AfA-Tabellen im Jahr 2000 die Nutzungsdauer gegenüber der früheren Verwaltungspraxis[4] im PC-Bereich erneut um ein Jahr gekürzt worden; ob dies jedoch der technischen Entwicklung ausreichend Rechnung trägt, ist zu bezweifeln. Die Finanzverwaltung liegt damit zumindest auf der Linie verschiedener Finanzgerichte, nach deren Auffassung für den betrieblichen Bereich eine Nutzungsdauer von 2 bis 3 Jahren insbesondere dann anzunehmen ist, wenn die betrieblichen Bedürfnisse des Unternehmens dies rechtfertigen,[5] bzw. nach der aufgrund der fortschreitenden Entwicklung der Hardware eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 Jahren gerechtfertigt ist.[6]

Es bleibt jedoch zu berücksichtigen, dass es sich bei den AfA-Tabellen um politisch motivierte Festlegungen handelt, welche die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Wirtschaftsgüter gewöhnlich überschreiten. Handelsrechtlich darf der Bilanzierende die AfA-Tabellen nicht anwenden. Sie können diesbezüglich lediglich als Richtwert dienen. Zur Bestimmung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ist vielmehr der geplante (individuelle) Einsatz des (abnutzbaren) Vermögensgegenstands ausschlaggebend.[7]

 

Rz. 26

Eine kürzere als die von der Finanzverwaltung unterstellte Nutzungsdauer darf vom Bilanzierenden jedoch auch steuerrechtlich berücksichtigt werden, wenn diese nachgewiesen bzw. glaubhaft gemacht werden kann. Dafür können insbesondere betriebliche Gegebenheiten sprechen. Als solcher Nachweis kann der in der Vergangenheit in einem festen Rhythmus vorgenommene Austausch der Computer ohne nennenswerten Veräußerungserlös sein.[8] Ein weiteres Argument für eine kürzere Nutzungsdauer liefert das FG Rheinland-Pfalz,[9] nach dessen Auffassung erhöhter Verschleiß infolge des Transports eines tragbaren Computers ("Laptop") eine kürzere Nutzungsdauer als bei einem Personalcomputer, welcher an einem Arbeitsplatz installiert ist, rechtfertigt (vgl. diesbezüglich auch Rz. 48).

 

Rz. 27

vorläufig frei

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