In-Memory-Technologie: Grun... / 4.1 Chancen

Vorteile der In-Memory-Technologie

Der Einsatz einer IMDB kann zu deutlichen Vorteilen im Bereich der Real-Time-Analyse führen, wenn ausreichende Systemressourcen verfügbar sind. Ein Vorteil der In-Memory-Technologie im Vergleich zu einer RDBMS ist, dass durch die permanente Datenhaltung im Hauptspeicher die Antwortzeiten bei Berichtsauswertungen erheblich verkürzt werden können. Dies gilt insbesondere bei der Auswertung großer Datenmengen. So können z. B. 10 000 Anfragen pro Stunde gegen eine Datenmenge von 1,3 Terabyte mit Antwortzeiten von weniger als einer Sekunde bearbeitet werden.

Um diesen Vorteil ohne Einschränkung nutzen zu können, ist ein genügend großer und auf die zu erwartende Datenmenge abgestimmter Hauptspeicher obligatorisch. Bei der In-Memory-Technologie wird somit die Kapazität der Datenbank auf die Hauptspeicherkapazität beschränkt.

Ein Vergleich der RDBMS mit einer IMDB zeigt, dass die für eine RDBMS wichtigen Operationen, wie Aggregationen, nicht mehr benötigt werden. Dies reduziert die Komplexität der Analyse, da alle Aggregations-Abfragen aus einer spaltenorientierten In-Memory-DBMS beantworten werden können. Dadurch vereinfacht sich u. a. die Datenanalyse erheblich.

Beim Einsatz einer In-Memory-Technologie besteht ein wesentlich höheres Risiko eines Datenverlustes bspw. bei einem "Servercrash", da die Daten im Hauptspeicher nur "flüchtig" gehalten werden. Eine Ausnahme bietet die Verwendung eines NVRAM (Non-volatile RAM), bei dem der Dateninhalt ohne externe Energieversorgung erhalten bleibt. Bei diskbasierten Datenbanken ist dagegen die Gefahr eines Datenverlustes bei einer Abschaltung der Stromversorgung sehr gering.

Ökonomische Effekte

Zur Erhaltung einer hohen Verfügbarkeit einer IMDB – besonders im Falle von Störungen – können diverse Datenreplikationsmechanismen (s. o.) genutzt werden. Dazu werden zusätzliche Ressourcen benötigt, um Backups sichern zu können und somit die Persistenz der Daten und Transaktionssicherheit zu gewährleisten. Am Markt verfügbare In-Memory-Datenbanksysteme unterstützen in ihrer Architektur verschiedene Backup-, Datenwiederherstellungs- und Ausfallsicherungssysteme, um Datenverluste zu vermeiden. Zudem können Hybrid-Lösungen eingesetzt werden. Diese Art von Datenbanken wird als sog. hybride In-Memory-Datenbank bezeichnet. Derartige Datenbanksysteme können Daten sowohl im Hauptspeicher als auch auf Festplatten speichern.

In der Literatur werden einige ökonomische Effekte beim Einsatz einer IMDB hinsichtlich ihrer Realisierungswahrscheinlichkeit und Zurechenbarkeit diskutiert. Folgend sind einige Beispiele für mögliche positive ökonomische Effekte aufgeführt.

  • Wegfall von Ausgaben für Datenqualitätssicherung bei Extraktions-Transformations-Lade-Prozessen (ETL),
  • eine schnellere Verfügbarkeit analytischer Informationen

    • am Point of Sale, z. B. Call Center oder Flughafen-Gate, und so höhere Ausschöpfung von Kundenwertpotenzial,
    • bei der Reklamationsbearbeitung und somit eine Erhöhung der Kundenbindung bei Kunden mit einem hohen Wertbeitragspotenzial,
  • schnellere Sperrung von Konten bei Missbrauchsverdacht oder Verdacht auf Forderungsausfall und somit eine Verringerung von Einzahlungsverlusten,
  • schnellere Reaktion auf Preisschwankungen an Finanz-und Rohstoffmärkten,
  • Verringerung von Out-of-Shelf-Problemen im Handel (in Kombination mit RFID),
  • schnellere Reaktion auf Gerüchte in sozialen Netzwerken,
  • eine höhere Motivation der Nutzer durch geringere Wartezeiten sowie
  • ein positives Image durch schnellere Verarbeitung von Kundenanfragen.

Neben den o. g. Vorteilen ergeben sich auch Vorteile bei Simulationen, Vorhersagen und Szenarienbildungen, da mehr Daten aus internen und externen Quellen zur Erstellung von Vorhersagen herangezogen werden können. Dadurch steigt die Aussagekraft der erstellten Prognosen, die u. a. in Planungsprozessen des Controlling Anwendung finden. Ebenfalls ist ein Einsatz i.V. mit Frühaufklärungssystemen sinnvoll, um Veränderung in der Unternehmensumwelt frühzeitig festzustellen, bspw. wenn sich in sozialen Netzwerken ein sog. "Shitstorm" gegen das eigene Unternehmen ankündigt.

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