IFRS / 3.4 Erzeugnisse, langfristige Fertigung

Erzeugnisse (und selbst erstellte Anlagen) sind nach IAS 2 grundsätzlich zu Vollkosten zu erfassen. Das HGB vor BilMoG ließ wahlweise auch den Einzelkostenansatz zu, der in der Praxis aber keine große Rolle spielte. Das BilMoG hat die Aktivierungspflicht auf alle durch die Fertigung veranlassten Einzel- und Gemeinkosten ausgedehnt. Praktisch bedeutsam ist hingegen die unterschiedliche Behandlung langfristiger Auftragsfertigung. Nach HGB wird der Gewinn regelmäßig erst mit Fertigstellung bzw. Abnahme des Auftrages realisiert, nach noch gültigem Recht (IAS 11) hingegen nach Leistungsfortschritt. Der ab 2018 anzuwendende IFRS 15 fasst die bisherigen Standards zur Ertragsrealisierung (IAS 18 und IAS 11) zusammen. Die Realisierung bei Verkauf von Waren (bisher IAS 18) und Erbringung kundenspezifischer Fertigungsleistungen (bisher IAS 11) wird zukünftig detaillierter geprüft werden müssen. Gleichwohl bleibt es grundsätzlich bei der Unterscheidung zeitraumbezogener Ertragsrealisierung nach Leistungsfortschritt (wird für die meisten kundenspezifischen Fertigungen gelten) und zeitpunktbezogener Realisierung mit Übertragung der

Verfügungsgewalt andererseits (Verkauf von Waren oder Standarderzeugnissen). Jedoch wird insbesondere die Identifizierung und Bewertung von separaten Leistungsverpflichtungen (performance obligations) in einem Leistungsbündel mehr in den Fokus rücken.

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