IFRS / 1 Internationalisierung der Rechnungslegung

Kennzeichen einer europäisierten und globalisierten Wirtschaft ist die Internationalisierung von Vorschriften, zunächst technischer, nachfolgend auch rechtlicher und bilanzrechtlicher Art. Die Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften ist dabei nicht mehr nur eine Aufgabe für Großkonzerne, die ausländische Kapitalmärkte in Anspruch nehmen. Auch der mittelständische Konzern ist betroffen.

Die inländische Gesetzgebung berücksichtigte solche Bedürfnisse bis 2004 nur bei börsennotierten Gesellschaften. Nur ihnen war es gestattet, auf einen handelsrechtlichen Konzernabschluss zu verzichten und stattdessen die Konzernbilanz nach internationalen Grundsätzen aufzustellen. Das Bilanzrechtsreformgesetz gibt nicht-börsennotierten Unternehmen ab 2005 die gleichen Möglichkeiten.

Die internationale Verflechtung nimmt auch in mittelständischen Unternehmen zu, durch Gründung von Produktions- und Einkaufsgesellschaften in Niedriglohnländern etwa oder von Vertriebsgesellschaften in Hauptabsatzregionen. Berichtet dabei jede Auslandstochter nach ihren jeweiligen nationalen Vorschriften an das Stammhaus, wird das Konzernreporting unübersichtlich, ineffizient und teuer. Fehlentwicklungen werden spät erkannt und zu spät korrigiert. Die IFRS können hier für eine effizientere konzerneinheitliche "Sprache" sorgen.

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