Gutschrift, umgekehrte Rechnung

Wo die Probleme sind:

Das richtige Konto

  • Umgekehrte Rechnung
  • Bestandteile einer Gutschrift
  • Vorsteuerabzug
  • Widerspruch

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Abziehbare Vorsteuer 19 %
Eigener Kontenplan SKR 03
  1576
IKR  
2605 SKR 04
  1406
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Abziehbare Vorsteuer 7 %
Eigener Kontenplan SKR 03
  1571
IKR  
2601 SKR 04
  1401
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Eine Gutschrift ist eine Rechnung, die vom Leistungsempfänger ausgestellt wird.[1] Eine Gutschrift ist nur dann wirksam, wenn beide Parteien einverstanden sind, dass die Lieferung oder sonstige Leistung im Gutschriftverfahren abgerechnet wird. Da Gutschriften Rechnungen sind, müssen sie alle in § 14 Abs. 4 UStG geforderten Angaben enthalten. Der Aussteller der Gutschrift bucht die ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer auf das Konto "Abziehbare Vorsteuer 19 %" 1576 (SKR 03) bzw. 1406 (SKR 04) oder auf das Konto "Abziehbare Vorsteuer 7 %" 1571 (SKR 03) bzw. 1401 (SKR 04)

 

Buchungssatz:

Abziehbare Vorsteuer

an Bank/Kasse

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Buchung der Gutschrift

Herr Huber ist als Schriftsteller für einen Verlag tätig. Der Verlag rechnet mit Gutschriften ab, die er an Herrn Huber übersendet. Das Honorar für das 1. Quartal beträgt 4.224 EUR zuzüglich 7 % Umsatzsteuer = 295,68 EUR.

Buchungsvorschlag: Für Herrn Huber

SKR 03

 
1200 Bank 4.519,68 an 8300 Erlöse 7 % USt 4.224,00
  1771 Umsatzsteuer 7 % 295,68

SKR 04

 
1800 Bank 4.519,68 an 4300 Erlöse 7 % USt 4.224,00
  3801 Umsatzsteuer 7 % 295,68

Buchungsvorschlag: Für den Verlag

SKR 03

 
3108 Fremdleistungen 7 % Vorsteuer 4.224,00  
1571 Abziehbare Vorsteuer 7 % 295,68 an 1200 Bank 4.519,68

SKR 04

 
5908 Fremdleistungen 7 % Vorsteuer 4.224,00  
1571 Abziehbare Vorsteuer 7 % 295,68 an 1200 Bank 4.519,68

Herr Huber muss den Erlös in dieser Form erfassen. Für den Verlag, der mit einer Gutschrift abrechnet, kommt es darauf an, dass er in der Gutschrift alle Angaben aufnimmt, die gesetzlich vorgeschrieben sind.

3 Was bei umsatzsteuerlichen Gutschriften zu beachten ist

Mit dem Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz (AmtshilfeRLUmsG) vom 26.6.2013 sind EU-Richtlinien über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem hinsichtlich der Rechnungsstellungsvorschriften (sog. Rechnungsstellungsrichtlinie) umgesetzt worden. Die Änderungen der §§ 14 und 14a UStG sind am 30.6.2013 in Kraft getreten und auf Umsätze anzuwenden, die nach dem 29.6.2013 ausgeführt werden.[1]

 

Wichtig

Die Gutschrift muss alle Angaben enthalten, die in § 14 Abs. 4 UStG aufgeführt sind. D. h., dass Gutschriften ausdrücklich als "Gutschriften" bezeichnet werden müssen.[2] Die fehlende Angabe "Gutschrift" führt dazu, dass der Aussteller der Gutschrift seinen Vorsteuerabzug verliert.

Der Aussteller der Gutschrift erteilt die Rechnungsnummer. In die Gutschrift gehört jedoch nicht die Steuernummer (oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) des Unternehmers (Leistungsempfängers), der die Gutschrift erteilt. Vielmehr ist die Steuernummer des Unternehmers wiederzugeben, der die Leistung erbracht hat (= Empfänger der Gutschrift).

4 Unterschiedliche Bedeutung des Begriffs "Gutschrift"

Im allgemeinen Geschäftsleben wird der Begriff Gutschrift unterschiedlich verwendet. Mit der unterschiedlichen Verwendung sind auch unterschiedliche Auswirkungen verbunden.

  • Bei einer Gutschrift i. S. d. § 14 Abs. 2 UStG rechnet nicht derjenige ab, der die Leistung erbringt, sondern derjenige, der die Leistung erhalten hat (= umgekehrte Rechnung).
  • Der Aussteller einer Rechnung schreibt den ursprünglichen Rechnungsbetrag ganz oder teilweise wieder gut und bezeichnet den Vorgang als "Gutschrift". Die Gutschrift ist dann als Korrektur der ursprünglichen Rechnung anzusehen (= kaufmännische Gutschrift).

Bei den Rechnungskorrekturen, die als Gutschrift bezeichnet werden, handelt es sich somit – trotz der Verwendung des Begriffs "Gutschrift" – um eine Änderung der Bemessungsgrundlage.[1] D. h., in dieser Gutschrift teilt der Aussteller einer Rechnung seinem Kunden mit, dass sich der ursprüngliche Rechnungsbetrag reduziert.

Alle umsatzsteuerlichen Gutschriften, mit denen der Leistungsempfänger nach dem 29.6.2013 abrechnet, müssen ausdrücklich als "Gutschriften" bezeichnet werden. Aufgrund dieser Gesetzesänderung im AmtshilfeRLUmsG vom 26.6.2013 wurde teilweise die Auffassung vertreten, dass der Begriff Gutschrift anderweitig nicht mehr verwendet werden dürfe, ohne Gefahr zu laufen, dass die Umsatzsteuer in unzulässiger Weise ausgewiesen wird. Dem widerspricht das BMF.[2] Wird in einem Dokument der Begriff "Gutschrift" verwendet, obwohl keine Gutschrift im umsatzsteuerrechtlichen Sinne gem. § 14 Abs. 2 Satz 2 UStG vorliegt (z. B. bei einer kaufmännischen Gutschrift), führt die Bezeichnung als "Gutschrift" nicht zu einem unberechtigten Steuerausweis. § 14c UStG ist nicht anzuwenden.

Eine Gutschrift i. S. d. § 14 Abs. 2 Satz 2 UStG ist nur dann wirksam, wenn

  • der leistende Unternehmer (= Empfänger der Gutschrift) zum gesonderten Ausweis der Umsatzsteuer berechtigt ist (also z. B. kein Kleinunternehmer oder keine Privatperson ist),
  • beide Parteien einverstanden sind, dass die Lieferun...

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