Group Reporting: Die Wahl d... / 2.1 Horizontale Integration

Integration der externen und internen Sicht

Die horizontale Integration bezeichnet die Integration der externen und internen Sicht, also von Legal und Management Reporting. Ziel ist es, die Konzernsicht auf die wesentlichen Führungsdimensionen transparent zu machen und dabei Konzern, Geschäftsbereiche und Konzerneinheiten durchgängig in hoher Qualität und konsistent zum externen Berichtswesen darzustellen. Die Harmonisierung und Integration von externer und interner Sicht können sowohl inhaltlich, technisch wie auch prozessual erfolgen:

  • Die inhaltliche Integration zielt auf eine Harmonisierung von Kennzahlen und Verarbeitungslogiken ab. Die Group-Reporting-Studie zeigt, dass Unternehmen, die eine inhaltliche Integration umsetzen, zufriedener mit ihrem Group Reporting sind.
  • Ebenso verhält es sich mit der technischen Integration, bei der Datenlieferung und Konsolidierung auf den gleichen IT-Plattformen abgebildet werden.
  • Die prozessuale Integration, bei der der Datenbestand für Legal- und Managementsicht integriert gemeldet und ebenso in Konsolidierung und Reporting prozessiert wird, zeigt trotz Vorteilen in Bezug auf die Qualität und Konsistenz der Informationen keine höhere Zufriedenheit. So kann die damit einhergehende Bereitstellung eines integrierten Meldepakets den Abschlussprozess hemmen, was zu späteren Berichtszeitpunkten für die Managementberichte führt als bei einem entkoppelten Prozess.

Segmentberichterstattung

Häufig wird neben dem externen Konzernabschluss zusätzlich ein Segmentbericht erstellt. Insbesondere Konzerne, deren Gesellschaften Leistungen für mehrere Segmente erstellen (sog. Mehrsegmentgesellschaften), stehen vor der Herausforderung, dass die Segmentinformationen häufig nicht ausschließlich aus den Daten des externen Rechnungswesens abzuleiten sind, sondern vielmehr Informationen des internen Rechnungswesens hinzugezogen werden müssen. Selbst die Deckung externer Berichtsanforderungen erfordert so eine Integration mit der Managementsicht. Bei der Einführung von Segmenten und deren Integration in das Steuerungs- und Berichtskonzept stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, die Segmentierung in den jeweiligen IT-Systemen sowohl auf ERP-Ebene als auch auf Group-Ebene vorzunehmen.

Unternehmen, die Gesellschaften eindeutig und vollständig einzelnen Segmenten zuordnen, können ihre Segmentberichte noch relativ einfach über eine Stufenkonsolidierung darstellen. Dieser Ansatz greift primär in der Konsolidierung. Häufig existieren gerade im Mittelstand allerdings Mehrsegmentgesellschaften. Ihre Segmentierung sollte nach Möglichkeit bereits im Einzelabschluss gelöst werden. Dafür sind häufig Veränderungen an den Stammdatenstrukturen des ERP-Systems und der Buchungsprozesse notwendig. Als Best Practice hat sich die Nutzung von Profit-Centern für die Segmentierung von Mehrsegmentgesellschaften etabliert. Laut Group-Reporting-Studie nutzt die Hälfte der teilnehmenden Konzerne mit Mehrsegmentgesellschaften Profit-Center zur Abbildung der Segmente. Sie realisieren eine Segmentierung so bereits in der operativen Buchhaltung. Von Vorteil ist hier eine enge Integration von Accounting und Profit-Center-Rechnung im ERP-System, sodass die Profit-Center-Information direkt als Kontierungsmerkmal am Buchhaltungsbeleg ersichtlich ist. Voraussetzung hierfür ist die Pflege einer konzernweiten Profit-Center-Hierarchie in den ERP-Systemen. Intersegmentvorgänge lassen sich auf diese Weise ohne den Umweg über die Faktura direkt mittels interner Leistungsverrechnung abbilden.

Im Falle einer marktorientierten Segmentbildung, z. B. über Kundengruppen, stehen die Segmentinformationen häufig nur in Vorsystemen, wie z. B. der Faktura, zur Verfügung. Die Segmentzuordnung von Geschäftsvorfällen erfolgt hier nicht aufgrund vorgegebener Strukturen, sondern dynamisch aus den Geschäftsvorfällen. In diesem Fall ist vielfach eine Anreicherung der Segmentinformationen nötig, da diese nicht direkt aus den Daten der Finanzbuchhaltung verfügbar sind. 17 % der o. g. Studienteilnehmer verfahren auf diese Weise. Lediglich 5 % leiten den Segmentbericht retrograd aus dem Konzernabschluss ab, indem sie z. B. Schlüssel für den Segmentsplit in anderen internen Rechenwerken erheben und auf den Konzernabschluss anwenden.

Voraussetzungen in der Finanzbuchhaltung

In jedem Fall stellt die Segmentierung von Gesellschaften neue Anforderungen an die operativen Buchhaltungsprozesse. So muss sichergestellt werden, dass die Partnerinformation bei Intersegmentvorgängen als Kontierungselement mitgeführt wird. Das kann direkt erzielt werden, indem das Empfängersegment in der Rechnungsstellung explizit aufgeführt wird. Dieses Vorgehen setzt jedoch voraus, dass die Empfängerkontierung auf die Segmente dem Sender bereits zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung bekannt ist. Alternative Szenarien, die z. B. die Reallokation der Senderkontierung nach der Kontierung des Empfängersegments durch den Empfänger vorsehen, sind einerseits technisch anspruchsvoll und ers...

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