Größenklassen

Zusammenfassung

 
Begriff

Das Handelsgesetzbuch (HGB) teilt Kapitalgesellschaften und die ihnen gleichgestellten Personengesellschaften in 4 Größenklassen ein und gibt dazu 3 Größenmerkmale vor: Bilanzsumme, Umsatzerlöse und Zahl der Arbeitnehmer.

Je nachdem, in welche Größenklasse ein Unternehmen fällt, zählt es zu den Kleinst-, kleinen, mittelgroßen oder großen Kapitalgesellschaften. Abhängig von der Größenklasse ergeben sich Pflichten oder Erleichterungen, die eine Gesellschaft hinsichtlich der Aufstellung und Veröffentlichung des Jahresabschlusses hat.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

1 Folgen aus der Zuordnung zu einer Größenklasse

Von der Zuordnung eines Unternehmens zu einer Größenklasse hängen ab:

  • die Frist, innerhalb derer der Jahresabschluss aufzustellen ist,[1]
  • die Gliederung für den Jahresabschluss,[2]
  • der Umfang der Pflichtangaben im Anhang und Lagebericht,[3]
  • die Prüfung des Jahresabschlusses durch einen Abschlussprüfer[4] und
  • die Offenlegung des Jahresabschlusses[5]

2 Bestimmung der Größenklasse

2.1 Schwellenwerte

Für die Einteilung in Kleinst-, kleine, mittlere und große Kapitalgesellschaften ist maßgebend, ob bestimmte Größenmerkmale über- oder unterschritten werden. Man spricht daher hier auch von Schwellenwerten.

Maßgebende Größenmerkmale für die Einteilung in Größenklassen sind die:

  • Bilanzsumme,
  • Umsatzerlöse in den 12 Monaten vor dem Abschlussstichtag,
  • durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer.
 
  Schwellenwerte
Kleinst- Klein Mittelgroße - Große
Kapitalgesellschaften
       
bis 350.000 EUR bis 6.000.000 EUR bis 20.000.000 EUR über 20.000.000 EUR
bis 700.000 EUR bis 12.000.000 EUR bis 40.000.000 EUR über 40.000.000 EUR
bis 10 bis 50 bis 250 über 250

Tab. 1: Schwellenwerte zur Ermittlung der Größenklassen

Die Einordnung in eine andere Größenklasse erfolgt dann, wenn zwei der drei Größenklassenmerkmale überschritten werden.

.

2.2 Größenklassen

2.2.1 Kleinstkapitalgesellschaften

Kleinstkapitalgesellschaften oder Kleinstkapital & Co-Gesellschaften[1] sind solche, die

  • mindestens 2 Schwellenwerte für Kleinstkapitalgesellschaften nicht überschreiten[2] oder positiv ausgedrückt: höchstens einen dieser Schwellenwerte überschreiten und
  • nicht aufgrund Fiktion große Kapitalgesellschaften sind.

Die für Kleinstkapitalgesellschaften vorgesehenen Erleichterungen finden keine Anwendung auf[3]:

2.2.2 Kleine Kapitalgesellschaften

Kleine Kapitalgesellschaften oder kleine Kapital & Co-Gesellschaften sind solche, die

  1. nicht zu den Kleinstkapitalgesellschaften gehören und
  2. mindestens 2 der 3 Schwellenwerte für kleine Kapitalgesellschaften nicht überschreiten[1] bzw. höchstens einen dieser Schwellenwerte überschreiten und
  3. nicht aufgrund Fiktion große Gesellschaften sind.

2.2.3 Mittelgroße Kapitalgesellschaften

Mittelgroße Kapitalgesellschaften oder mittelgroße Kapital & Co-Gesellschaften sind solche, die

  1. nicht zu den kleinen Kapitalgesellschaften gehören
  2. mindestens 2 der 3 Schwellenwerte für mittgelgroße Kapitallgesellschaften nicht überschreiten[1] bzw. höchstens einen dieser Schwellenwerte überschreiten und
  3. nicht aufgrund Fiktion große Gesellschaften sind.

2.2.4 Große Kapitalgesellschaften

Aufgrund Fiktion große Kapitalgesellschaften

Eine Kapitalgesellschaft gilt stets als groß, wenn sie einen organisierten Markt i. S. d. § 2 Abs. 5 des Wertpapierhandelsgesetzes durch von ihr ausgegebene Wertpapiere i. S. d. § 2 Abs. 1 Satz 1 des Wertpapierhandelsgesetzes in Anspruch nimmt oder die Zulassung solcher Wertpapiere zum Handel an einem organisierten Markt beantragt hat.[1]

Aufgrund ihrer Größenmerkmale große Kapitalgesellschaften

Große Kapitalgesellschaften oder große Kapital & Co-Gesellschaften sind solche, die mindestens 2 der 3 Schwellenwerte für mittelgroße Kapitalgesellschaften  überschreiten.

3 Für die Einteilung in Größenklassen maßgebende Merkmale

3.1 Bilanzsumme

Die Bilanzsumme setzt sich zusammen aus den Posten, die in den Buchstaben A bis E des § 266 Abs. 2 HGB aufgeführt sind.[1]

3.2 Umsatzerlöse

Umsatzerlöse setzen sich aus folgenden Positionen zusammen:

Erlöse aus

  • dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten...

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