Green Controlling / 4.4.3 Berichte erstellen

Arten der Berichtserstellung

In der Diskussion um Green Controlling wird bisher meist keine eindeutige Trennung zwischen dem Bereich des Green Reporting (Ist-Erfassung und externe Umweltberichterstattung) und des eigentlichen Green Controlling (Integration der Planung und Steuerung der betrieblichen Umweltleistung in die Unternehmenssteuerung) vorgenommen. Im Folgenden soll eine Abgrenzung zwischen einem umweltorientierten Reporting und der Steuerungsfunktion durch das Green Controlling dargestellt werden. Dabei wird auf 3 Szenarien eingegangen:

  1. Umweltorientiertes Reporting im Sinne der externen Umweltberichterstattung zur Erfüllung externer Berichtsanforderungen
  2. Umweltorientiertes Reporting im Sinne der internen Umweltberichterstattung zur Erfüllung interner Berichtsanforderungen
  3. Verschmelzung interner und externer Berichtsanforderungen am Beispiel des Integrated Reporting.

Reporting im Sinne der externen Umwelt­bericht­erstattung

Ausgestaltung der externen Umweltberichterstattung

Zwingende Voraussetzung für die Erfüllung externer Berichtsanforderungen ist es, Transparenz im Hinblick auf die zu berichtenden Größen zu schaffen, indem entsprechende Messinstrumente implementiert werden (s. Kapitel 4.4.1). Wie bereits erwähnt, sind die vorherrschenden umweltrelevanten Berichtsanforderungen in den Standards der Global Reporting Initiative und im Greenhouse Gas Protocol zu sehen. Darüber hinaus sind weltweit staatliche Vorstöße zu beobachten, z. B. die Berichterstattung über Treibhausgasemissionen gesetzlich verbindlich zu machen (z. B. Frankreich: Grenelle 2; Großbritannien: Companies Act 2006 (Strategic and Directors’ Reports), Regulations 2013).

Unabhängig von der Motivation bezüglich eines externen umweltorientierten Reportings ist es unerlässlich für ein Unternehmen, sich darüber bewusst zu sein, welche Anspruchsgruppen der Bericht adressiert und vor allem, in welchen Medien berichtet werden soll. Ist es das Ziel, einen Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen, oder sollen die umweltrelevanten Kennzahlen im Geschäftsbericht des Unternehmens abgebildet werden? Sobald die veröffentlichten Kennzahlen auditiert werden sollen oder gar im Geschäftsbericht veröffentlicht werden, gelten ungleich strengere (gesetzliche) Vorschriften als bei einer freiwilligen, nicht auditierten Publikation. Der oben angesprochene Dreiklang zwischen Aussagekraft, Praktikabilität und Nachprüfbarkeit hat in diesem Falle seinen Schwerpunkt in der Nachprüfbarkeit der berichteten Daten.

Entscheidet sich ein Unternehmen dafür, ein umweltorientiertes externes Reporting einzusetzen, ohne ein internes Steuerungsmotiv zu haben, wird es i. d. R. genügen, den Bericht einmal pro Jahr zu publizieren. Es ist bei diesem Ansatz nicht zwingend notwendig ein automatisiertes Reportingsystem einzusetzen, da die Datenerhebung nur in weit auseinanderliegenden zeitlichen Abständen nötig ist.

Reporting im Sinne der internen Umweltberichterstattung

Ausgestaltung der internen Umweltberichterstattung

Neben den Anforderungen externer Anspruchsgruppen an ein Reporting kann es auch unternehmensinterne Bedarfe bezüglich eines umweltorientierten Reportings geben. Soll lediglich intern berichtet werden, ist es nicht zwingend erforderlich, sich auf die beschriebenen Standards zu berufen. Die Kennzahlen können somit individueller auf das Unternehmen abgestimmt werden. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass erst die Einhaltung der bereits erwähnten Standards eine Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen ermöglicht. Zudem ist ein möglicher Schritt vom internen zum externen Reporting – aufbauend auf standardisierten Kennzahlen – wesentlich einfacher.

Dimensionen interner Berichterstattung

Um den jeweiligen Steuerungsansatz optimal zu unterstützen, ist es notwendig, die relevanten Berichtsdimensionen zu adressieren. Im Detail betrifft dies

  • die konkreten Berichtsinhalte,
  • die Berichtsdarstellung sowie
  • den Prozess der Bereitstellung der Berichte.

Dimension "Berichtsinhalte"

Die Berichtsinhalte bilden das Kernstück des ökologischen Berichtswesens und den Ausgangspunkt des jeweiligen Steuerungsansatzes. Die Inhalte richten sich daher zunächst nach den bereits beschriebenen Entwicklungsstufen der Unternehmensausrichtung. Als Informationsträger eignen sich Kennzahlen, die um Kommentare ergänzt werden. Diese sind entsprechend dem Informationsbedarf der einzelnen beteiligten Informationsempfänger (Unternehmensleitung, Führungskräfte, Mitarbeiter, Umweltmanagement) zu detaillieren (vgl. Abb. 29).

Abb. 29: Ökologieorientierte Aufgaben und Informationsbedarfe der Unternehmensakteure

Die Wahl der richtigen Kennzahlen

Wie bei allen Unternehmensberichten bietet sich der Einsatz von Kennzahlen in den Berichten an. Diese können, bezogen auf die Unternehmensprozesse, Input-, Throughput-, Output- oder Outcome-bezogen sein. Es kann sich dabei um rein ökologische Kennzahlen (z. B. Abfall in Tonnen), um ökonomische Größen (z. B. Energiekosten in EUR) oder um kombinierte Größen (Tonnen CO2 je EUR Umsatz) hande...

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