Green Controlling / 2.1.2 Mögliche Themenfelder der ökologischen Nachhaltigkeit

Schilderung der grundlegenden Problematik

Die Themenfelder in der ökologischen Nachhaltigkeitsdimension sind ähnlich vielfältig wie die globalen Umweltprobleme (z. B. der Klimawandel und die steigende Umweltverschmutzung). Die grundlegende Problematik, die zu den Umweltproblemen führt, sind der hohe Ressourcenverbrauch und die hohe Belastung der Umwelt durch Emissionen und Schadstoffe (z. B. CO2, Abwasser, Elektroschrott). Es kann von einer dauerhaften Überbeanspruchung der ökologischen Ressourcen gesprochen werden. Nach Berechnungen des World Wide Fund for Nature (WWF) beansprucht die Menschheit zurzeit die Ressourcen in einem Umfang von 1,5 Planeten. Zwei Trends sorgen dafür, dass sich die Überbeanspruchung in den kommenden Jahrzehnten weiter intensivieren dürfte: der steigende Konsum und das weltweite Bevölkerungswachstum, die den Bedarf an Ressourcen stetig steigen lassen. Aus dieser Entwicklung ergeben sich für Unternehmen schwierig zu prognostizierende Chancen und Risiken.

Definition relevanter Themen nach den GRI-Richtlinien

Welche der vielen ökologischen Themenfelder sind jedoch für Unternehmen grundsätzlich relevant? Einen guten Überblick über relevante Themenfelder geben die Richtlinien für das Nachhaltigkeitsreporting der Global Reporting Initiative (GRI). Diese definieren eine Vielzahl von Themen, die für die Stakeholder grundsätzlich interessant sind (s. Kapitel 4.2.2 und 4.2.3):

  • Emissionen, Abwasser, Abfall
  • Ressourcenverbrauch (Energie, Wasser, Material)
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Transport
  • Biodiversität.

Als Anhaltspunkt kann auch der strategische Fokus deutscher Großunternehmen dienen, die sich auf die Themen Emissionen, Energie, Materialeinsatz/Recycling, Abfall und Wasser/Abwasser konzentrieren. Unternehmen verschiedener Branchen sind dabei unterschiedlich stark von den einzelnen Themenfeldern betroffen. Bspw. besitzt das Themenfeld Wasser in der chemischen Produktion eine höhere Relevanz als für ein IT-Unternehmen (s. Kapitel 4.2.3 für eine Auflistung der wichtigsten KPIs je nach Branche). Andererseits ist zu beachten, dass bei einigen Themenfeldern der ökologischen Nachhaltigkeit von allen Branchen ein Beitrag erwartet wird, unabhängig davon, welche Relevanz das Thema für die Unternehmen tatsächlich hat. Als Beispiel dafür lässt sich der Klimawandel anführen.

Kontinuierlicher Wandel von ökologischen Themenfeldern

Zudem ist zu beachten, dass die ökologischen Themenfelder der Gesellschaft einem permanenten Wandel unterzogen sind. Unternehmen wird vonseiten des ICV empfohlen, sich an den Themenfeldern der GRI zu orientieren und hierzu einerseits die gesellschaftliche Debatte und die ökologischen Trends in Bezug auf Nachhaltigkeit (z. B. Ressourcenknappheit) zu beobachten und andererseits Stärken, Schwächen und Potenziale des eigenen Unternehmens zu analysieren, um dann Fokusfelder priorisieren zu können. Wie eine Fokussierung erfolgreich umgesetzt werden kann, wird in Kapitel 3.2 ausführlich dargestellt.

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