GmbH, Aufwendungen für Betriebsunterbrechungsversicherung

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Allgemeines Krankheitsrisiko
  • Lebensführungskosten
  • Betriebsausgaben

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Versicherungen
Eigener Kontenplan SKR 03
  4360
IKR  
6900 SKR 04
  6400
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Bank
Eigener Kontenplan SKR 03
  1200
IKR  
2800 SKR 04
  1800
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Die von einer GmbH gezahlten Versicherungsprämien für eine Betriebsunterbrechungsversicherung, die das Erkrankungsrisiko der Geschäftsführer abdecken soll, stellen Betriebsausgaben dar.

Die Buchung erfolgt auf das Konto "Versicherungen" 4360 (SKR 03) bzw. 6400 (SKR 04). Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Bank" 1200 (SKR 03) bzw. 1800 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Versicherungen

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Betriebsunterbrechungsversicherung

Hans Groß ist alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer der X-GmbH. Diese hatte eine Betriebsunterbrechungsversicherung für Hans Groß abgeschlossen. Versicherungsnehmerin ist die X-GmbH, versicherte Person ist Hans Groß. Die Versicherung umfasst den Versicherungsschutz für Betriebsunterbrechung durch Krankheit sowie durch Unfall. Die jährliche Versicherungsprämie beträgt 4.000 EUR.

Buchungsvorschlag:

SKR 03

 
4360 Versicherungen 4.000 an 1200 Bank 4.000

SKR 04

 
6400 Versicherungen 4.000 an 1800 Bank 4.000

3 Es liegt keine verdeckte Gewinnausschüttung vor

Unter einer verdeckten Gewinnausschüttung i. S. d. § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG ist bei einer Kapitalgesellschaft eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung zu verstehen, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist, sich auf die Höhe des Unterschiedsbetrags gem. § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG auswirkt und in keinem Zusammenhang mit einer offenen Ausschüttung steht.

Für den größten Teil der entschiedenen Fälle hat der BFH die Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis angenommen, wenn die Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter einen Vermögensvorteil zuwendet, den sie bei der Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters nicht gewährt hätte.

Zusätzlich setzt die Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung voraus, dass die Unterschiedsbetragsminderung bei der Körperschaft die Eignung hat, beim Gesellschafter einen sonstigen Bezug i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG auszulösen.

4 Nach dem Urteil des FG Niedersachsen vom 14.2.2013 liegen keine verdeckten Gewinnausschüttungen vor

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze sind Versicherungsprämien für eine Betriebsunterbrechungsversicherung keine verdeckten Gewinnausschüttungen. Zwar haben sich die als Betriebsausgaben gebuchten Zahlungen gewinnmindernd auf den Unterschiedsbetrag nach § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG ausgewirkt, es liegt jedoch weder eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis vor, noch ist die für die Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung erforderliche Vorteilseignung gegeben.

5 Es liegt keine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis vor

Die X-GmbH hat das Risiko, dass ihr Geschäftsbetrieb durch Krankheit des Geschäftsführers oder auch durch Sachschäden bzw. durch eine verordnete Quarantäne unterbrochen wird, abgesichert. Insoweit hat die X-GmbH ein marktübliches Produkt der Versicherung erworben und erhält für die Zahlung der Versicherungsprämien die übliche Gegenleistung, d. h. den Anspruch auf die Versicherungsleistung, sofern der Versicherungsfall eintritt.

Der Drittvergleich steht mithin der Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung entgegen, denn es ist nicht unüblich, mögliche Risiken durch den Abschluss einer Versicherung abzudecken.

6 Außerdem liegt kein sonstiger Bezug vor

Zudem fehlt es an der Eignung, beim Gesellschafter einen sonstigen Bezug i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG auszulösen.

Die Versicherung wurde abgeschlossen, um das Risiko der X-GmbH abzudecken, dass insbesondere durch eine länger andauernde Krankheit des Gesellschafter-Geschäftsführers der Betrieb nicht mehr ordnungsgemäß weitergeführt werden und es so zu finanziellen Verlusten kommen kann.

Bezugsberechtigte der Versicherungsleistung ist die X-GmbH, nicht jedoch der Gesellschafter-Geschäftsführer. Durch die Zahlung der Prämien werden daher Ansprüche finanziert, die ausschließlich der X-GmbH selbst zustehen. Die Versicherungen dienen indirekt als Finanzierungsmaßnahme für die im Eintritt des Versicherungsfalls notwendigen finanziellen Maßnahmen, z. B. für die Beauftragung eines fremden Geschäftsführers.

Der Abschluss der Versicherung liegt mithin im betrieblichen Interesse und ist nicht geeignet, einen korrespondierenden vermögensmäßigen Vorteil beim Gesellschafter darzustellen.

7 Kosten einer Praxisausfallversicherung sind Kosten der privaten Lebensführung

Dem steht auch nicht die ständige Rechtsprechung des BFH entgegen, wonach Kosten für sog. Praxisausfallversicherungen nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden können.

Danach beurteilt sich die Frage, ob Ansprüche und Verpflichtungen aus einem Versicherungsvertrag zum Betriebsvermögen gehören und die geleisteten Prämien Betriebsausgaben bilden, nach der Art des versicherten Risikos.

Bezieht sich die Versicherung auf ein betriebsbedingtes Risiko, führt sie zu Betriebsausgaben und Betriebseinnahmen. Ist dagegen ein außerbetriebliches Risiko versichert, können die Ausgaben allenfalls als Sonderausgaben berücksichtigt werden, während die Einnahmen nicht steuerbar sin...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge