Gewerbesteuererklärung 2018 / 4.3.2 Entgelte für Schulden (Zeile 41 und Zeile 48)

Entgelte für Schulden sind die Gegenleistung für die eigentliche Nutzung von Fremdkapital und die vorzeitige Zurverfügungstellung von Kapital. Dabei kommt es nicht auf die Bezeichnung, sondern auf den wirtschaftlichen Gehalt an. Auf die Dauerhaftigkeit der Schulden kommt es nicht an, sodass auch Verbindlichkeiten des laufenden Geschäftsverkehrs unter die Regelung fallen.

Als Entgelt gelten auch

  • der Aufwand aus nicht dem gewöhnlichen Geschäftsverkehr entsprechenden gewährten Skonti oder wirtschaftlich vergleichbaren Vorteilen im Zusammenhang mit der Erfüllung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Fälligkeit. Nicht hierunter fallen geschäftsübliche Skonti und Abschläge aus anderen Gründen, z. B. Treue- oder Mengenrabatte;
  • Diskontbeträge bei der Veräußerung von Wechseln und anderen Geldforderungen. Dies betrifft insbesondere Abschläge aus dem Verkauf von aktivierten Forderungen.

Weiterhin ist zu beachten, dass sich bei durchlaufenden Krediten ein hinzurechnungspflichtiger Zinsaufwand ergibt, nicht jedoch bei Aufzinsungsbeträgen nach § 6 Abs. 1 Nr. 3, 3a EStG (unverzinsliche Verbindlichkeiten und Rückstellungen). Ebenso nicht hinzuzurechnen sind aktivierte Bauzeitzinsen und Erbbauzinsen. Auch Aufwendungen für ein Zins-Swap-Geschäft werden von der Hinzurechnung nicht erfasst, allerdings prüft die Finanzverwaltung bei anderen Swap-Verträgen, bei denen andere Finanzierungsformen und Gestaltungsformen kombiniert werden, eine Hinzurechnung. Die von einem gewerblichen Unternehmen an ein Geld- oder Kreditinstitut entrichteten negativen Einlagezinsen werden nicht für die Nutzung von Fremdkapital, sondern für die Verwahrung von Eigenkapital entrichtet, sodass eine Hinzurechnung nach § 8 Nr. 1 Buchst. a GewStG nicht in Betracht kommt.

Beim sog. Cash – Pooling erfolgt keine Saldierung von Zinsaufwendungen und Zinserträgen.

In Zeile 41 sind die Entgelte für Schulden in voller Höhe einzutragen, soweit sie im Gewinn aus Gewerbebetrieb enthalten sind. Soweit § 3c Abs. 2 EStG zur Anwendung kommt, ist jedoch nur der abzugsfähige Teil einzutragen. Dies gilt auch bei Organgesellschaften bei Anwendung des § 7a GewStG.

 

Hinweis

Rumpfwirtschaftsjahre

Bei Rumpfwirtschaftsjahren sind entsprechende Angaben in Zeile 48 einzutragen.

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