Gewerbesteuer: Übersicht zu... / 2.3 Kürzungen nach § 9 GewStG: Welche Beträge vom Gewinn aus Gewerbebetrieb abgezogen werden dürfen

1,2 % der Summe der Einheitswerte für betrieblichen Grundbesitz

Vom Einheitswert des Betriebsgrundstücks können 1,2 % bei der Gewerbesteuerberechnung gekürzt werden. Wird ein Teil des Grundstücks zu Wohnzwecken genutzt, kann die Kürzung nur für den betrieblich genutzten Anteil des Einheitswerts erfolgen.

Der Einheitswert wird entweder auf die Wertverhältnisse zum 1.1.1964 (Alt-BRD) bzw. auf den 1.1.1935 [neue Bundesländer (NBL) = Beitrittsgebiet] festgestellt. Um diesen Einheitswert (Wertverhältnisse 1964 bzw. 1935) auf die Gegenwart hochzurechnen, ist er mit folgenden Faktoren zu multiplizieren:

 
Grundstücke (alle Arten) Alt-BRD 140 % § 121a BewG
Mietwohngrundstücke NBL 100 % § 133 BewG
Geschäftsgrundstücke NBL 400 % § 133 BewG
gemischt genutzte Grundstücke NBL 250 % § 133 BewG
unbebaute Grundstücke NBL 600 % § 133 BewG

Tab. 2: Multiplikationsfaktoren zur Berechnung des aktuellen Einheitswerts

Damit errechnet sich der Kürzungsbetrag wie folgt:

Einheitswert Betriebsgrundstück × betriebliche Nutzung × Faktor (z. B. 140 %) × 1,2 %.

Anteile am Gewinn einer Personengesellschaft

Für jede Personengesellschaft (atypisch stille Gesellschaft, GbR, OHG, KG) führt das Finanzamt eine sogenannte Gewinnfeststellung durch. In dieser Feststellung wird der Gewinn bzw. Verlust der Personengesellschaft auf die Beteiligten verteilt. Ist ein Gewerbebetrieb an einer Personengesellschaft beteiligt, führen die zugewiesenen Gewinnanteile zu einem Kürzungsbetrag.

Erträge aus Kapitalgesellschaften

Ist der Gewerbebetrieb zu mindestens 15 % an einer Kapitalgesellschaft beteiligt (Schachtelbeteiligung), sind erhaltene Dividendenerträge gewerbesteuerfrei. Dazu werden die bisher im Gewerbeertrag enthaltenen Beträge (50 %, 60 %, 100 %) wieder gekürzt.

Dies gilt für Beteiligungserträge aus inländischen, ausländischen Kapitalgesellschaften sowie ausländischen Kapitalgesellschaften mit DBA.

Beteiligung an einer KGaA

Gekürzt werden die nach § 8 Nr. 4 GewStG dem Gewerbeertrag einer Kommanditgesellschaft auf Aktien hinzugerechneten Gewinnanteile, wenn sie bei der Ermittlung des Gewinns angesetzt worden sind.

Ausländische Betriebsstätten

Gekürzt werden kann der Anteil am Gewinn, der in ausländischen Betriebsstätten erzielt worden ist.

Spendenabzug

Werden Spenden für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke geleistet, können Spenden bis zu gewissen Höchstbeträgen abgezogen (= gekürzt) werden.

Als Höchstbetrag gelten:

  • 20 % des Gewinns aus Gewerbebetrieb + Zurechnungsbetrag nach § 8 Nr. 9 GewStG (nur bei Kapitalgesellschaften) oder
  • 4 ‰ aus der Summe von Umsatz + Löhne und Gehälter des Wirtschaftsjahrs.

Gekürzt werden kann der günstigere Betrag.

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