Gesellschafter-Geschäftsfüh... / 2 Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer

Halten Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH mindestens 50 % der Geschäftsanteile und richtet sich das Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung nach der Beteiligung, so sind sie – vorbehaltlich vorstehender Ausführungen zur Rentenversicherung – in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungsfrei.

Gesellschafter-Geschäftsführer mit einer Mehrheitsbeteiligung können somit praktisch nur in 2 Ausnahmefällen sozialversicherungspflichtig werden, wenn

  • sie die Beteiligung treuhänderisch für eine andere Person halten und an deren Weisungen gebunden sind,
  • das Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung nicht nach Geschäftsanteilen, sondern z. B. nach Köpfen geregelt ist und Geschäftsführer überstimmt werden können.

Wichtig

50 %-ige Beteiligung reicht für Sozialversicherungsfreiheit

Zu beachten ist, dass ein Gesellschafter-Geschäftsführer im Sinn des Steuerrechts im Regelfall erst dann eine beherrschende Stellung hat, wenn er zu mehr als 50 % beteiligt ist.

Im Sozialversicherungsrecht reicht dagegen schon eine Beteiligung von mindestens 50 % aus, um als derart weisungsfrei eingestuft zu werden, dass keine Versicherungspflicht vorliegt.

Der alleinige Geschäftsführer und Gesellschafter hat keinen Anspruch auf Einbeziehung in die Familienversicherung, wenn er nur in der Anlaufphase der Gesellschaft bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden unentgeltlich tätig ist. Ausschlaggebend dafür ist die sich aus dem Gehaltsanspruch nach Ablauf der Startphase ergebende Gewinnerzielungsabsicht. Diese wirkt auch auf den Zeitraum der unentgeltlichen Tätigkeit zurück.

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