Gesellschafter-Geschäftsfüh... / 4 Weihnachts- und Urlaubsgeld

Die GmbH kann auch dem Geschäftsführer einen Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld einräumen. Voraussetzung für die Anerkennung bei einem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer ist jedoch die Verankerung im Anstellungsvertrag. Fehlt diese, droht selbst dann eine verdeckte Gewinnausschüttung, wenn Urlaubs- und Weihnachtsgeld an die übrigen Arbeitnehmer der GmbH gezahlt werden. Gleiches gilt, wenn die GmbH ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer ein höheres als das betriebsübliche Monatsgehalt als Urlaubs- oder Weihnachtsgeld zahlt.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld gehören zum Jahresentgelt, sodass eine erst während des Jahrs getroffene Vereinbarung zu einer zeitanteiligen verdeckten Gewinnausschüttung führt. Werden Geschäftsführer erst im Lauf des Jahrs bestellt, darf ihnen daher nur ein zeitanteiliges Weihnachtsgeld gezahlt werden.

 

Wichtig

Verzicht auf Weihnachtsgeld

Hat der Gesellschafter-Geschäftsführer laut Anstellungsvertrag zwar einen Anspruch auf Weihnachtsgeld, verzichtet er jedoch darauf, ohne dies ausdrücklich zu regeln, darf das Finanzamt keinen Zufluss unterstellen, wenn das Weihnachtsgeld weder ausgezahlt noch in der Buchhaltung erfasst wurde. Obwohl neben dem Geschäftsführer dessen als Angestellte der GmbH tätige Ehefrau zu 50 % beteiligt war, die ebenfalls auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet hatte, hat der BFH keine gleichgerichteten Interessen angenommen und damit die Anwendung der für beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer geltenden Zuflussfiktion abgelehnt.

Auf diese Rechtsprechung hat das BMF folgendermaßen reagiert: Dem beherrschenden Gesellschafter fließt eine eindeutige und unbestrittene Forderung gegen die GmbH bereits mit Fälligkeit zu. Ob sich der Vorgang in der Bilanz der GmbH tatsächlich gewinnmindernd ausgewirkt hat, etwa durch die Bildung einer Verbindlichkeit, ist für die Anwendung der Zuflussfiktion unerheblich, sofern eine solche Verbindlichkeit nach den GoB hätte gebildet werden müssen. Für den Zufluss durch eine verdeckte Einlage in die GmbH kommt es darauf an, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer vor oder nach Entstehen seines Anspruchs darauf verzichtet hat. Maßgeblich dafür ist, inwieweit Passivposten in eine Bilanz der GmbH hätten eingestellt werden müssen, die zum Zeitpunkt des Verzichts erstellt worden wäre. Auf die tatsächliche Buchung in der Bilanz der GmbH kommt es für die Frage des Zuflusses dagegen nicht an.

Zahlungen zur Abgeltung für nicht in Anspruch genommenen Urlaub an den Gesellschafter-Geschäftsführer stellen keine verdeckte Gewinnausschüttung dar, wenn der Urlaub aus betrieblichen Gründen nicht angetreten werden konnte. Das gilt auch dann, wenn Urlaubsansprüche über mehrere Jahre vorgetragen werden und dabei anwachsen. Eine entsprechende Regelung in dem Anstellungsvertrag ist nicht erforderlich. Allerdings muss der Urlaubsanspruch verzinst werden.

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