Gesellschafter-Geschäftsfüh... / 3.4 Beihilfen zur Pflege- und Krankenversicherung/Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung

Ob Geschäftsführer steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zur Sozialversicherung erhalten können, richtet sich danach, ob sie in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen. Insoweit ist das Finanzamt an die Beurteilung durch die Sozialversicherungsträger gebunden, sofern diese nicht offensichtlich rechtswidrig ist.

Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer sind regelmäßig nicht sozialversicherungspflichtig, sodass die GmbH als Arbeitgeberin nicht zur Zahlung von Arbeitgeberanteilen zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung verpflichtet ist. Sollen Geschäftsführern diese Beiträge dennoch zufließen, ist dazu eine vorherige klare und eindeutige Regelung im Anstellungsvertrag erforderlich, andernfalls liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor. Die Beiträge rechnen dann zum steuerpflichtigen Gehalt. Stehen nicht beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis, darf die GmbH Arbeitgeberzuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung steuerfrei zahlen.

 

Praxis-Tipp

Aufwendungen für die Klärung der Sozialversicherungspflicht

Aufwendungen eines Geschäftsführers für die Klärung seines sozialversicherungsrechtlichen Status' sind Werbungskosten bei den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit.[1]

 

Wichtig

Sozialversicherungspflicht des Gesellschafter-Geschäftsführers bzw. seiner Ehefrau

Geht eine GmbH von der Sozialversicherungspflicht des Gesellschafter-Geschäftsführers aus, stellt sich später aber heraus, dass keine Versicherungspflicht bestanden hat, hat der rückwirkende Wegfall der Versicherungspflicht folgende Konsequenzen:

  • Die Erstattung von Arbeitgeberanteilen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung an die GmbH hat keine lohnsteuerlichen Folgen.
  • Die Erstattung der entsprechenden Arbeitnehmeranteile an den Geschäftsführer hat ebenfalls keine lohnsteuerlichen Folgen. Allerdings ist der Sonderausgabenabzug zu korrigieren.
  • Falls die Arbeitgeberanteile an den Geschäftsführer weitergeleitet bzw. für eine freiwillige Rentenversicherung verwendet werden, kann steuerpflichtiger Arbeitslohn vorliegen oder eine verdeckte Gewinnausschüttung drohen. Um Letztere zu vermeiden, sollte der Anstellungsvertrag eine Klausel enthalten, nach der die GmbH im Fall der irrtümlichen Annahme der Versicherungspflicht zusagt, die Arbeitgeberanteile an den Geschäftsführer auszuzahlen.

Stellt sich nachträglich heraus, dass die als Prokuristin der GmbH tätige Ehefrau des Gesellschafter-Geschäftsführers nicht sozialversicherungspflichtig, sondern sozialversicherungsfrei ist, fallen die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung der Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung ebenfalls weg. Es handelt sich dann um freiwillige Versicherungsbeiträge, die zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führen. Die Umwandlung in Arbeitslohn erfolgt nicht in den Jahren irrtümlich angenommener Versicherungspflicht, sondern im Jahr der Feststellung durch den Sozialversicherungsträger.[2]

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