Geschäftspartner-Compliance... / 3.1 Bewertungsfragen und Prüfmaßnahmen für den Auswahlprozess

Ergänzende Compliance-Fragen für den Standardprozess können sein:

  • Wirtschaftliche Beteiligung von Mitarbeitern des Kundenunternehmens oder Verwandten?
  • Wirtschaftliche Beteiligung von öffentlichen Entscheidungsträgern im Staat des Kunden oder mit einer für die Geschäftsbeziehung erheblichen Aufgabenstellung?
  • In den letzten 5 Jahren behördliche Ermittlungsverfahren, Strafen- oder Bußgelder?
  • In den letzten 5 Jahren negative Medienberichterstattung?
  • Eigene Compliance Maßnahmen/CMS ?

Ob und wie der Beauftragte zur Erbringung der beauftragten Leistungen in der Lage ist, Art, Umfang und Preise für die geschuldete Leistung usw., sollte schon durch die fachbezogenen Bewertungsfragen abgedeckt sein.

Empfehlungen für Compliance-Prüfungen bei erhöhtem Compliance Risiko:

  • Bei Situationen mit erhöhtem Compliance Risiko sollte das Business Partner Screening in der Verantwortung der Compliance-Funktion liegen.
  • Als Hilfe kann das Scoring und Ranking nach dem Transparency International Corruption Perceptions Index (TCPI) der Staaten dienen, in denen Zulieferern oder Kunden beheimatet oder tätig sind. Dieser Index richtet sich an dem wahrgenommenen Korruptionsrisiko aus. Es kann also sein, dass ein Staat aufgrund einer gesteigerten Korruptionssensitivität im Ranking zurückfällt, wie das für Österreich gelten mag. Insgesamt betrachtet dürfte der TCPI-Index aber weiterhin eines der besten Hilfsmittel zur Beurteilung des regionalen Korruptionsrisikos sein.
  • Bei einem Score von unter 50 (im TI CPI 2017 Kroatien, Saudi-Arabien, Griechenland) sollte man von einem erhöhten Korruptionsrisiko ausgehen. Ab einem Score von 40 oder darunter von einem besonders erhöhtem (Ghana, Indien, Marokko, Türkei, Argentinien).
  • Die Korruptionsrisikoeinschätzung für Branchen ist grundsätzlich unabhängig von der regionalen Betrachtung. Selbst in Staaten mit einem an und für sich niedrigen Korruptionsrisiko können einzelne Branchen oder Vertriebswege einer erhöhten Compliance-Gefahr ausgesetzt sein.
  • Die Angaben und Bewertung der Regional- oder Fachverantwortlichen sollten dann durch Compliance überprüft und nachvollzogen werden.
  • Zusätzlich sind Internet- und Medienrecherchen oder sogar Recherchen vor Ort zu empfehlen.

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