Geldwäscheprävention: Maßna... / 2.1.1 Risikomanagement (Organisationspflichten)

Das GwG sieht vor,  Güterhändler nur in den Fällen für ein "wirksames Risikomanagement" zu verpflichten, "soweit im Rahmen einer Transaktion Barzahlungen über mindestens 10.000 EUR"getätigt oderentgegengenommen werden.

Den Kundensorgfaltspflichten sollten zwangsläufig unternehmensinterne Vorkehrungen vorausgehen, die das grundsätzliche Compliance-Risiko und damit auch das Risiko, mit Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung in Kontakt zu kommen, analysieren und bewerten. Dafür hat der Gesetzgeber den risikobasierten Ansatz aus der Vierten EU-Geldwäscherichtlinie in das GwG übernommen.

Zum Risikomanagement zählen die Risikoanalyse und die internen Sicherungsmaßnahmen.

Risikomanagement und die Kundensorgfaltspflichten greifen idealerweise ineinander und entsprechen so dem Sinne der "gebotenen Sorgfalt", der "Due Diligence" (DD), denn grundsätzlich werden sich die Maßnahmen des Risikomanagements und die Kundensorgfaltspflichten daran ausrichten, ob eher ein potenziell geringeres Risiko oder höheres Risiko im Unternehmen besteht.

Treffen die Voraussetzungen für Güterhändler zu, muss eine dem eigenen Risiko angemessene Risikoanalyse erstellt werden, die zu dokumentieren, regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren ist. Das GwG enthält in den Anlagen 1 und 2 Hilfestellungen, damit Güterhändler Anhaltspunkte für ein geringeres oder höheres Risiko besser einschätzen können. Dort sind bspw. Faktoren zum Kunden-, Produkt, – Transaktions- oder geografischen Risiko aufgeführt.

Aus dem Ergebnis der Bewertung der Risikoanalyse ergibt sich der Umfang der internen Sicherungsmaßnahmen. Diese setzen sich zusammen aus

  • unternehmensinternen Grundsätzen mit Verfahrensbeschreibungen zum Umgang mit Risiken zur Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorschriften wie Sorgfalts- und Meldepflichten sowie den Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten,
  • ggf. der Bestellung eines Geldwäschebeauftragten einschließlich eines Stellvertreters,
  • die Unterrichtung, Zuverlässigkeitsüberprüfung und unabhängige Kontrolle der mit entsprechenden Geschäftsvorfällen betrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und
  • ggf. bei Mutterunternehmen einer Gruppe die Schaffung gruppenweiter Verfahren.

Zu den Organisationspflichten aus dem Geldwäschegesetz gehört, dass Mitarbeiter ihre Pflichten nach dem Geldwäschegesetz kennen und ausreichend geschult sein müssen, um Geldwäscherisiken und Verdachtsmomente richtig einschätzen und im Geschäftsbetrieb behandeln zu können. Das GwG verpflichtet die Unternehmen, dies auch wirksam zu überprüfen.

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