Gehalt des Geschäftsführers... / Einführung

Weil auch die Gehälter von Gesellschafter-Geschäftsführern für die GmbH Betriebsausgaben sind, beeinflussen die Vergütungen unmittelbar die Steuerlast der Gesellschaft. Hinter jeder Gehaltsvereinbarung wittern die Finanzbeamten deshalb einen Versuch, durch Umgehung einer normalen Gewinnausschüttung der GmbH Steuern zu sparen. Sie sind in derartigen Fällen schnell mit dem Vorwurf einer unüblichen Gehaltsabsprache und damit einer verdeckten Gewinnausschüttung zur Stelle – und das bedeutet in der Regel Steuernachforderungen.

Um die Angemessenheit des Gehalts zu beweisen, brauchen Geschäftsführer verlässliches Zahlenmaterial mit aktuellen Vergleichswerten, die sie dem Finanzamt entgegenhalten können. Einen zuverlässigen Einblick in die Vergütungssituation von GmbH-Geschäftsführern bietet die jährliche Vergütungsstudie von BBE media. Die darin enthaltenen Zahlen geben einen umfassenden und insbesondere auch branchenbezogenen Überblick über die kompletten Gehaltskomponenten des Geschäftsführers. Ausgewählte Ergebnisse der Studie 2017, die entscheidend sind für die Angemessenheit der Geschäftsführer-Vergütung im Jahr 2018, finden Sie in diesem Beitrag. So können Sie einen externen Gehaltsvergleich vornehmen und die Üblichkeit und Angemessenheit Ihres Gehalts überprüfen.

Die 8 häufigsten Fallen

Der Vertrag enthält nicht alle tatsächlich empfangenen Leistungen

Alle Leistungen der GmbH an den Geschäftsführer müssen klar, eindeutig und im Voraus vertraglich vereinbart sein. Das Gehalt des Geschäftsführers setzt sich in der Regel aus folgenden zulässigen Bestandteilen zusammen:

  • Jahresfestgehalt
  • erfolgsabhängige Bezüge
  • Zusatz- und Sozialleistungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Zuwendungen usw.)
  • Pkw-Überlassung
  • Pensionszusage
  • sonstige Nebenleistungen (z. B. Direktversicherungen, Unfallversicherungen, Gehaltsfortzahlungen im Krankheits- oder Todesfall, Invaliditäts- und Hinterbliebenenrenten, Beihilfen zur privaten Krankenversicherung bzw. Zahlung der Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung bei nicht versicherungspflichtigen Geschäftsführern)
  • Übernahme von Aufwendungen für Weiterbildung, Telefonate, Steuerberatung, Berufsverbände, Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
  • Abfindungen für den Fall des Ausscheidens
  • Entschädigungen für ein vereinbartes Wettbewerbsverbot

Zu hohe Gehälter der Gesellschafter-Geschäftsführer

Der Gesellschafter-Geschäftsführer will durch ein möglichst hohes Gehalt die Belastung der GmbH durch Körperschaft- und Gewerbesteuer reduzieren. Die Finanzverwaltung wird die Zahlungen aber nur insoweit als Betriebsausgaben der GmbH anerkennen, als es sich um übliche und angemessene Leistungen handelt. Darüber hinausgehende Zahlungen unterliegen bei der GmbH als verdeckte Gewinnausschüttungen der Körperschaft- und der Gewerbesteuer.

Gehaltserhöhungen werden nicht von dem zuständigen Organ abgesegnet

Zuständig für den Abschluss des Geschäftsführer-Anstellungsvertrags und damit auch für Gehaltserhöhungen ist in der Regel die Gesellschafterversammlung (§ 46 Nr. 5 GmbHG), die dazu einen entsprechenden Beschluss fasst und protokolliert. Der Gesellschaftsvertrag kann diese Aufgabe einem anderen Organ übertragen (Beirat).

Gehaltserhöhung ohne vertragliche Grundlage

Ohne besondere Regelung im Anstellungsvertrag hat der Geschäftsführer keinen Anspruch auf Gehaltserhöhung. Eine Ausnahme gilt nur für den Fremd-Geschäftsführer oder den nur unwesentlich an der GmbH beteiligten Geschäftsführer (bis 25 %). Erhalten alle Mitarbeiter ein höheres Gehalt, kann der Fremd-Geschäftsführer einen Anspruch auf Anpassung durchsetzen. Der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer kann über die Höhe seines Gehalts in der Regel selbst beschließen.

Außergewöhnliche Gehaltssteigerungen

Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung ­einer Gehaltserhöhung ist zudem, dass außergewöhnliche Gehaltssprünge vermieden werden. Besser ist eine Wertsicherungs- bzw. Anpassungsklausel im Anstellungsvertrag.

Fehler beim Gehaltsverzicht

Eine Reduzierung des Geschäftsführer-Gehalts mit Wirkung für die Zukunft ist jederzeit möglich. Das kann bei Gesellschafter-Geschäftsführern in Krisensituationen sogar geboten sein, um die Angemessenheit der Bezüge zu wahren. Werden die Bezüge gesenkt, hat der Geschäftsführer nach Überwindung der wirtschaftlichen Krise und entsprechend verbesserter Ertragslage allerdings keinen Anspruch auf Nachzahlung eines Differenzbetrags. Je nach Situation steht sich der Geschäftsführer also besser, wenn er seinen Gehaltsanspruch stundet oder gegebenenfalls in ein Darlehen zugunsten der GmbH umwandelt. Die Gehaltsreduzierung entspricht einer Änderung des Anstellungsvertrags. Eine entsprechende Vereinbarung ist von der Gesellschafter-Versammlung zu beschließen und schriftlich zu protokollieren.

Zusätzliche Zahlungen bei rückwirkendem ­Gehaltsverzicht

Verzichtet der Gesellschafter-Geschäftsführer rückwirkend auf bereits entstandene Ansprüche gegenüber der GmbH, wird dadurch die Lohnsteuerpflicht nicht beseitigt. Gleichzeitig wird eine gesellsc...

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