Fuhrparkcontrolling – Trans... / 3.1 Kosten der Fahrzeuge

Ein wichtiger Bestandteil der Kosten im Fuhrpark sind die Kosten für die Fahrzeuge selbst. Der Unternehmer hat zwei Möglichkeiten, die Lkw, Pkw und andere Fahrzeuge zu beschaffen. Er kann sie kaufen oder leasen.

 

Praxis-Tipp

Rendite prüfen

Ob Sie ein Fahrzeug kaufen oder leasen hängt nicht davon ab, welche Beschaffungsart die günstigere ist. Ein direkter Vergleich ist nicht entscheidungsrelevant. Es geht vielmehr darum, ob Ihnen die Mittel für die Finanzierung des Kaufs in Form von Eigenmitteln oder Fremdkapital zur Verfügung stehen und ob diese anders eingesetzt eine höhere Rendite erwirtschaften können, als Sie für das Leasing bezahlen müssen.

Finanzierung beeinflusst Kostenverlauf

Die Entscheidung, ein Fahrzeug zu kaufen oder zu leasen, hat Einfluss auf den Kostenverlauf im Fuhrpark. Die Fahrzeugkosten nehmen im Leasing einen anderen Verlauf als beim Kauf, wobei die Finanzierungskosten und Abschreibungen berücksichtigt werden müssen.

Kostenverlauf beim Fahrzeugleasing

Die Leasingraten sind über die Laufzeit des Vertrages und damit während der Nutzung des Fahrzeugs gleichbleibend. Am Ende des Vertrages kann es zu Kosten oder Erträgen kommen, wenn

  • die Restwertannahme zu Beginn des Leasingverhältnisses nicht stimmte. Wird ein höherer Restwert erzielt, kommt es u.U. zu außerordentlichen Erträgen, wird weniger erreicht, kommt es zu zusätzlichen Kosten.
  • die gefahrenen Kilometer nicht den vereinbarten Leistungen entsprechen. Werden mehr Kilometer gefahren, als vereinbart, kommt es zu zusätzlichen Kosten. Ist die Kilometerleistung geringer, kommt es zu außerordentlichen Erträgen durch die Erstattung für die Minderkilometer.

Kostenverlauf beim Fahrzeugkauf

Wird das Fahrzeug finanziert, müssen sowohl die Abschreibungen als auch die Finanzierungskosten berücksichtigt werden. Die Finanzierungskosten nehmen durch Tilgung des Kredites im Laufe der Nutzung ab. Die Abschreibungen bleiben in der Regel konstant. Am Ende der Nutzungsdauer kommt es zu einem außerordentlichen Ertrag oder Verlust durch den Verkauf von Anlagegütern. Wird das Fahrzeug über die Abschreibungsdauer hinaus genutzt, fällt diese Kostenart in den letzten Nutzungsperioden nicht mehr an.

Um diese Schwankungen auszugleichen und die Finanzierungsform zu egalisieren, werden im Fuhrpark leistungsabhängige Abschreibungen verrechnet. Die Unterschiede im Kostenverlauf zeigen sich bei der Trennung der steuerlichen Behandlung der Kosten von der handelsrechtlichen Handhabung in der Buchhaltung, auf den Verrechnungskonten und in der Liquidität.

Wird das Fahrzeug gekauft, so wird es Bestandteil des Anlagevermögens und wird regelmäßig abgeschrieben. Folgende Kosten müssen bei der Aktivierung berücksichtigt werden und bilden die Grundlage für die Ermittlung der Abschreibungsbeträge:

  • Kaufpreis
  • Preis für Zubehör
  • Preis für Sonderausstattung
  • Preis für eventuelle Veränderungen
  • Überführungskosten
  • Zulassungsgebühren
  • weitere Kosten, die für die Herstellung der Fahrtüchtigkeit aufgewendet werden müssen

Lastkraftwagen werden steuerlich im Normalfall in 9 Jahren abgeschrieben, für Personenkraftwagen gilt eine Abschreibungsdauer von 6 Jahren. Eine kürzere Nutzungsdauer ist nur bei nachweisbarer Mehrnutzung möglich.

Ungünstige AfA-Sätze

 
Auszug aus der amtlichen AfA Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter. Die Daten gelten für Anlagegüter, die nach dem 31.12.2000 angeschafft wurden.
Fahrzeuge
Schienenfahrzeuge 25 Jahre
Straßenfahrzeuge
  • Pkw und Kombiwagen
6 Jahre
  • Motorräder, Motorroller, Fahrräder
7 Jahre
  • Lastkraftwagen, Sattelschlepper, Kipper
9 Jahre
  • Traktoren, Schlepper
12 Jahre
  • Kleintraktoren
8 Jahre
  • Anhänger, Auflieger, Wechselaufbauten
11 Jahre
  • Omnibusse
9 Jahre
  • Feuerwehrfahrzeuge
10 Jahre
  • Rettungswagen
6 Jahre
  • Wohnmobile, Wohnwagen
8 Jahre
  • Bauwagen
12 Jahre
Sonstige Beförderungsmittel (Elektrokarren Stapler, Hubwagen usw.) 8 Jahre

Abb. 3: Afa-Tabelle (Auszug für Fahrzeuge)

Finanzierungsform Leasing

Das Leasing ist eine besondere Art der Finanzierung. Das Fahrzeug geht nicht in das Eigentum des Unternehmens über und erscheint damit auch nicht in der Bilanz. Die Leasinggebühren werden laufend fällig, in der Regel monatlich, und stellen damit eine gleichbleibende Belastung der Liquidität dar. Fahrzeuge sind im Grunde standardisiert, sodass eine Bewertung und eine spätere Verwertung problemlos möglich sind. Daher ist die Fahrzeugbeschaffung auch ein wichtiges Arbeitsgebiet der Leasinggesellschaften.

Die Höhe der Leasinggebühr und damit der zu verrechnenden Kosten ist von mehreren Kriterien abhängig. Hauptsächlich ist dies sicherlich der Preis des Fahrzeugs. Daneben gibt es weitere Kriterien (vgl. Abb. 4):

  • Der aktuelle Zinssatz bestimmt die Refinanzierungskosten des Leasinggebers und damit die Höhe der Gebühr.
  • Die Laufzeit des Vertrages ist maßgeblich für den zu erzielenden Restwert und die Verteilung der Kosten des Leasinggebers.
  • Der Restwert des Fahrzeugs bestimmt ganz erheblich die Kosten des Leasings. Je höher er ist, desto geringer sind die monatlichen Gebühren.
 

Praxis-Tipp

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