Freiberuflersozietät/Partne... / 3.3 Abfärberegelung bei teilweise gewerblicher Tätigkeit

Wird in einer Sozietät oder Gemeinschaftspraxis außer der freiberuflichen Tätigkeit auch noch eine gewerbliche Tätigkeit ausgeübt, gilt die gesamte Tätigkeit in vollem Umfang als Gewerbebetrieb. Die Vorschrift findet Anwendung, wenn eine Personengesellschaft verschiedene Tätigkeiten ausübt, von denen eine gewerblich ist. Die – ihrer Art nach – freiberuflichen Einkünfte einer Sozietät bzw. Gemeinschaftspraxis werden dann in gewerbliche Einkünfte umqualifiziert, die der Gewerbesteuer unterliegen.

Bagatellgrenze

Der BFH hat jedoch typisierend eine Bagatellgrenze (als Freigrenze) festgelegt. Danach ist die gewerbliche Tätigkeit unschädlich, wenn die Nettoerlöse aus den gewerblichen Leistungen 3 % der Gesamtnettoumsatzerlöse (jeweils ohne USt) nicht übersteigen und außerdem im jeweiligen Veranlagungszeitraum 24.500 EUR nicht überschreiten. Die absolute Grenze von 24.500 EUR knüpft an den Gewerbesteuerfreibetrag nach § 11 Abs. 1 Nr. 2 GewStG an, legt als Maßstab jedoch nicht den Gewerbeertrag, sondern den Umsatz zugrunde. Die gewerblichen Leistungen werden im Fall der Wahrung beider Bagatellgrenzen in die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit i. S. d. § 18 EStG einbezogen.

 

Hinweis

Ausweichmöglichkeiten

Der Abfärbewirkung des § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG lässt sich durch Gründung einer zweiten Personengesellschaft ausweichen, in die die abfärbende Tätigkeit ausgelagert wird. Ein anderer Weg zur Vermeidung der Abfärbewirkung kann darin bestehen, dass einzelne Gesellschafter abfärbende Tätigkeiten im eigenen Namen und für eigene Rechnung ausüben.

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