Freiberuflersozietät/Partne... / 3.2 Abfärbewirkung bei Beteiligung berufsfremder Personen

Nur wenn sämtliche Mitunternehmer entweder Freiberufler oder sonstig selbständig Tätige i. S. v. § 18 Abs. 1 Nr. 1 oder 3 EStG sind und entsprechende Leistungen für Rechnung der Gesellschaft erbringen – also keine Berufsfremde sind –, kann die Gesellschaft Einkünfte i. S. d. § 18 EStG erzielen.

Wird an einer Freiberufler-Sozietät eine sog. berufsfremde Person beteiligt, ist der gesamte von der Sozietät erzielte Gewinn nach § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu behandeln (Abfärbewirkung). Entsprechendes gilt, wenn sich eine sog. Freiberufler-Kapitalgesellschaft mitunternehmerisch an einer Freiberufler-Personengesellschaft beteiligt; auch in diesem Fall erzielt die Personengesellschaft insgesamt gewerbliche Einkünfte. Eine Freiberufler-GmbH & Co. KG unterliegt selbst dann der Gewerbesteuerpflicht, wenn die Komplementär-GmbH nicht am Gewinn der Gesellschaft beteiligt ist.

Gilt wegen der Beteiligung eines Berufsfremden an einer im Übrigen aus Freiberuflern bestehenden Personengesellschaft diese Gesellschaft nach § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG als Gewerbebetrieb, ist der relativ geringe "Beteiligungsumfang" des Berufsfremden (hier: 3,35 %) kein Grund, von dieser Rechtsfolge im Wege einschränkender Auslegung abzusehen.  Eine Bagatellgrenze für geringfügige "Beteiligung" Berufsfremder gibt es nicht.

Freiberufliche und keine gewerblichenEinkünfte liegen dagegen vor, wenn sich Freiberufler unterschiedlicher Fachrichtungen, z. B. Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, zu einer interprofessionellen Sozietät zusammenschließen und alle Gesellschafter in ihrem Bereich "leitend und eigenverantwortlich" tätig sind.

Nicht berufsfremd sind Mitunternehmer, die eine sonstige selbständige Tätigkeit i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG ausüben.

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