Forderungsmanagement: Prakt... / 7 Wertberichtigung einer Forderung: Umbuchung der gefährdeten Forderung

Sind Kundenforderungen zweifelhaft, weil der Kunde signalisiert, Mängel geltend zu machen, oder weil der Kunde momentan einen finanziellen Engpass hat, muss die Forderung i. H. des voraussichtlichen Ausfalls abgeschrieben werden. Bei der für die Vornahme einer Teilwertabschreibung notwendigen Schätzung des Teilwerts einer Forderung kommt dem Ermessen des Unternehmers besondere Bedeutung zu. Die Schätzung muss auf am Bilanzstichtag vorliegende objektive Umstände gestützt werden, für die der Steuerpflichtige die objektive Feststellungslast trägt.[1] Im Gegensatz zu uneinbringlichen Forderungen darf die Umsatzsteuer bei nur zweifelhaften Forderungen nicht berichtigt werden.

 

So buchen Sie richtig

Unterjährige Buchung einer zweifelhaften Forderung – in der Buchung ist keine Umsatzsteuer enthalten

Der Kunde deutet im September an, dass er von der erhaltenen Rechnung über 70.000 EUR netto 10 % auf keinen Fall bezahlen will, weil er Mängel geltend macht. Es ist ein Beweissicherungsverfahren vor Gericht anhängig.

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
1460 Zweifelhafte Forderungen 7.000 1400 Forderungen aus Lieferung und Leistung 7.000
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
1240 Zweifelhafte Forderungen 7.000 1200 Forderungen aus Lieferung und Leistung 7.000

Uneinbringliche Forderungen dürfen bei bilanzierenden Unternehmen gewinnmindernd berichtigt ("ausgebucht") werden.[2] Berücksichtigt werden dabei alle Erkenntnisse, die dem Unternehmer bis zur Bilanzerstellung vorliegen. Die vom Bilanzierenden bereits abgeführte Umsatzsteuer kann dieser sich vom Finanzamt zurückholen. Macht ein Unternehmer geltend, dass sich die Bemessungsgrundlage für einen ausgeführten Umsatz geändert hat, weil das vereinbarte Entgelt uneinbringlich geworden ist, trägt er hierfür und für den Zeitpunkt der Uneinbringlichkeit einer Forderung die Feststellungslast; wird über das Vermögen eines Kunden das Insolvenzverfahren eröffnet, gelten die gegen ihn gerichteten Forderungen zumindest umsatzsteuerlich spätestens in diesem Zeitpunkt – unbeschadet einer möglichen Insolvenzquote – in voller Höhe als uneinbringlich.[3]

 

So buchen Sie richtig

Uneinbringliche Forderungen

Ein Unternehmer erfährt Ende des Jahres, dass ein Kunde Insolvenz angemeldet hat (mangels Masse abgelehnt). 7.000 EUR aus Lieferungen des laufenden Jahres sind für ihn endgültig verloren!

Buchung des Forderungsverlusts zum 31.12. In der Buchung sind 19 % Umsatzsteuer (= 1.117,65 EUR) enthalten.

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
2406 Forderungsverluste 19 % 5.882,35 1460 Zweifelhafte Forderungen 7.000,00
1776 Umsatzsteuer 19 % 1.117,65      
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung

Betrag

EUR
6936 Forderungsverluste 19 % 5.882,35 1240 Zweifelhafte Forderungen 7.000,00
3806 Umsatzsteuer 19 % 1.117,65      

Der BFH hat entschieden, dass ein Unternehmer grundsätzlich im Umfang eines Sicherungseinbehalts zur Minderung der Bemessungsgrundlage wegen Uneinbringlichkeit nach § 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG berechtigt sein kann.[4] Von einer Uneinbringlichkeit i. S. v. § 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG ist auch dann auszugehen, wenn der leistende Unternehmer im Zeitpunkt der Leistungserbringung aufgrund der mit dem Leistungsempfänger getroffenen vertraglichen Vereinbarungen über die Fälligkeit des Entgeltes für mehr als 2 Jahre nicht mit einer Vereinnahmung der Leistungsentgelte rechnen kann.[5]

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