Forderungsberichtigung

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Berichtigungsmaßstab
  • Bilanzmäßige Trennung
  • Abschlussbuchung

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen
Eigener Kontenplan SKR 03
  2451
IKR  
6950 SKR 04
  6923
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
Eigener Kontenplan SKR 03
  0998
IKR  
2491 SKR 04
  1246
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Stellt der Unternehmer bei der Forderungsabstimmung fest, dass er nur mit einem Teileingang der Forderungen rechnen kann, muss er eine Wertberichtigung vornehmen. Steht der vermutlich nicht mehr zu realisierende Betrag fest, hat eine Einzelwertberichtigung zu erfolgen.

Die Buchung erfolgt auf das Konto "Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen" 2451 (SKR 03) bzw. 6923 (SKR 04). Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Einzelwertberichtigungen auf Forderungen – Restlaufzeit bis zu 1 Jahr" 0998 (SKR 03) bzw. 1246 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen

an Einzelwertberichtigung zu Forderungen – Restlaufzeit bis zu 1 Jahr

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Teilrealisierung

Unternehmer Hans Groß wird eine Forderung gegen den Kunden Klein (Konto 14321) i. H. v. 10.000 EUR nur noch i. H. v. 4.000 EUR realisieren können.

Lösung:

Aus Gründen der Bilanzklarheit muss Hans Groß diese Forderung, bei der er nur einen teilweisen Zahlungseingang erwartet, von den einwandfreien Forderungen trennen. Diese bucht er auf das Konto "Zweifelhafte Forderungen". Sodann schreibt er diese Forderung im Rahmen einer Einzelwertberichtigung ab. Im Gegensatz zum Forderungsausfall darf er keine Umsatzsteuer berichtigen, weil der Forderungsausfall ja noch nicht sicher ist.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1460 Zweifelhafte Forderungen 10.000 14321 Kunde Klein 10.000
2451 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen 6.000 0998 Einzelwertberichtigungen zu Forderungen – Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 6.000
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1240 Zweifelhafte Forderungen 10.000 14321 Kunde Klein 10.000
6923 Einstellungen in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen 6.000 1246 Einzelwertberichtigungen zu Forderungen – Restlaufzeit bis zu 1 Jahr 6.000

3 Strenges Niederstwertprinzip

Im Rahmen der vorbereitenden Abschlussarbeiten müssen auch Forderungen hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit überprüft werden. Dabei ist die Frage zu stellen, ob man mit dem Forderungseingang sicher rechnen kann oder ob dabei irgendwelche Abstriche gemacht werden müssen.

Sind wertmindernde Umstände oder gar ein völliger Ausfall erkennbar, müssen diese Umstände in die Forderungsbewertung mit einfließen. Denn nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB ist vorsichtig zu bewerten, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen, selbst wenn diese erst zwischen dem Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind.

Über Forderungen schwebt stets das Damoklesschwert der Zahlungsunfähigkeit des Kunden. Mit anderen Worten: Bei der Bewertung der Forderungen muss das strenge Niederstwertprinzip berücksichtigen. Der am Bilanzstichtag niedrigste Wert ist anzusetzen.

Der Unternehmer muss also im Rahmen seiner Abschlussarbeiten die Echtheit seiner Forderungen prüfen. Dabei ist in erster Linie auf folgende Faktoren abzustellen:

  • Zahlungsschwierigkeiten der Kunden,
  • Zahlungsfähigkeit der Kunden und
  • sonstige Faktoren des Zahlungseingangs.

Bei der Forderungsbewertung müssen alle Umstände berücksichtigt werden, die am Bilanzstichtag gegeben waren. Unter Umständen sind auch noch nach dem Bilanzstichtag bekannt gewordene Umstände zu berücksichtigen.

4 Einteilung von Forderungen

Entsprechend dem Ausfallwagnis sind Forderungen zu unterteilen in

  • einwandfreie Forderungen,
  • zweifelhafte Forderungen und
  • uneinbringliche Forderungen.

Je größer das Ausfallwagnis ist, umso größer wird der Forderungsabschlag sein.

4.1 Uneinbringliche Forderungen

Stellt der Unternehmer nach den Verhältnissen zum Bilanzstichtag fest, dass sein(e) Kunde(n) endgültig nicht zahlen kann (können), gehört die Forderung in die Kategorie "uneinbringlich". Uneinbringliche Forderungen müssen abgeschrieben werden (ausbuchen). Auch für die Uneinbringlichkeit einer Forderung gibt es Anzeichen wie:

  • Das Amtsgericht hat den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt.
  • Der Kunde hat die eidesstattliche Versicherung abgegeben.
  • Zwangsvollstreckungen verliefen fruchtlos.
  • Der Kunde ist tot.
  • Der Kunde hat sich mit unbekanntem Ziel abgesetzt.
  • Er hat zu Recht Verjährungseinrede erhoben.

Diese Aufzählung ist nur beispielhaft. So ist nach der Rechtsprechung des BFH eine Entgeltberichtigung wegen Uneinbringlichkeit der Forderung schon vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens und auch ohne Klageerhebung möglich. Laut BFH ist eine Forderung bereits dann uneinbringlich, wenn der Anspru...

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