Firmenwagenüberlassung an Arbeitnehmer

Zusammenfassung

 

Überblick

Mit dem Begriff "Firmenwagen" wird die Überlassung eines Kraftfahrzeugs durch den Arbeitgeber umschrieben, das dem Arbeitnehmer kostenlos zur ständigen Nutzung zur Verfügung steht. Ebenso gebräuchlich sind die Bezeichnungen Geschäfts- bzw. Dienstwagen. Der Arbeitgeber kann die Kosten für das Fahrzeug in vollem Umfang als Betriebsausgaben abziehen. Andererseits ist bei der Lohnabrechnung des Arbeitnehmers der geldwerte Vorteil dem Lohnsteuerabzug zu unterwerfen, der in der unentgeltlichen Nutzung des Firmenwagens für Privatfahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte besteht. Die Besteuerung des Firmenwagens, für die der Gesetzgeber alternativ die 1 %-Regelung oder die Fahrtenbuchmethode zulässt, erfolgt also bereits während des Jahres im Lohnsteuerverfahren.

Die Ermittlung des geldwerten Vorteils aus der Überlassung eines Firmenfahrzeugs nach der Fahrtenbuchmethode kann im Einzelfall auch bei der Einkommensteuerveranlagung nach Ablauf des Jahres von Bedeutung sein, weil der Arbeitnehmer bei seiner Steuererklärung nicht an die vom Arbeitgeber für die Einbehaltung der Lohnsteuer gewählte Berechnungsmethode gebunden ist. Es ist also möglich, bei Erstellung der Einkommensteuererklärung z. B. von der 1 %-Regelung zur Fahrtenbuchmethode zu wechseln, falls sich hierdurch ein geringerer steuerpflichtiger Arbeitslohn ergibt. Dasselbe gilt für das Wahlrecht zwischen der 0,03 %-Monatspauschale und der 0,002 %-Tagespauschale für die tatsächlichen Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte, wenn der Arbeitgeber die 1 %-Methode anwendet.

Die 1 %- und die Fahrtenbuchmethode stellen die Grundlage für die Firmenwagenbesteuerung beim Arbeitnehmer dar. Sowohl bei der 1 %-Regelung als auch bei der Fahrtenbuchmethode berechnet sich ein zusätzlicher geldwerter Vorteil als Zuschlag zur eigentlichen Privatnutzung, wenn der Firmenwagen dem Arbeitnehmer auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zur Verfügung steht. Für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die der Arbeitgeber erstmals nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 dem Arbeitnehmer als E-Dienstwagen überlässt, wird der geldwerte Vorteil aus der Privatnutzung bzw. aus der Nutzung zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte um 50 % gekürzt. Nach der Gesetzesfassung erfolgt dies bei der 1 %-Methode durch Halbierung der Bemessungsgrundlage "Bruttolistenpreis" und bei der Fahrtenbuchmethode durch Halbierung der AfA-Beträge bzw. Leasingraten (§ 8 Abs. 2 Satz 2 EStG i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG i. d. F. des Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften, BGBl 2018 I S. 2338). 

Hinweis der Redaktion: Im Jahressteuergesetz 2019 sind weitere Änderungen für Elektrofahrzeuge enthalten. Zunächst war nur eine Verlängerung der Halbierung der Bemessungsgrundlage bei der Dienstwagenbesteuerung für private Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs vorgesehen. Verabschiedet wurde nun (aufgrund des zwischenzeitlich beschlossenen Klimapakets 2030 der Bundesregierung) sogar eine Herabsetzung der Bemessungsgrundlage auf ein Viertel für bestimmte Fahrzeuge (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 bis 5 EStG). Hierzu zählen zwischen 1.1.2019 und 31.12.2030 angeschaffte Kraftfahrzeuge, die keine Kohlendioxidemission haben und deren Bruttolistenpreis unterhalb 40.000 EUR liegt. Für extern aufladbare Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen gilt zukünftig Folgendes:

  • Bei Anschaffung zwischen 1.1.2022 bis 31.12.2024 hälftige Bemessungsgrundlage, wenn die Kohlendioxidemission maximal 50 Gramm pro Kilometer oder die Reichweite des Fahrzeugs unter ausschließlicher Nutzung des elektrischen Antriebs mindestens 60 Kilometer beträgt.
  • Bei Anschaffung zwischen 1.1.2025 bis 31.12.2030 hälftige Bemessungsgrundlage, wenn die Kohlendioxidemission maximal 50 Gramm pro Kilometer oder die Reichweite des Fahrzeugs unter ausschließlicher Nutzung des elektrischen Antriebs mindestens 80 Kilometer beträgt.
 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Gesetzliche Regelungen finden sich in § 8 Abs. 2 Sätze 2 und 3 EStG i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG (1 %-Regelung) sowie in § 8 Abs. 2 Satz 4 EStG (Fahrtenbuch-Regelung). Die Finanzverwaltung hat in R 8.1 Abs. 9 und 10 LStR zur Überlassung von Firmenwagen an Arbeitnehmer ausführlich Stellung genommen. Die mögliche tageweise Berechnung des geldwerten Vorteils aus der Firmenwagenüberlassung zu Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte bei Anwendung der 1 %-Methode sowie die Anrechnung von Nutzungsentgelten ergeben sich aus dem BMF, Schreiben v. 4.4.2018, IV C 5 – S 2334/18/10001, BStBl 2018 I S. 592. Dasselbe gilt für die Berechnung des geldwerten Vorteils bei Firmenwagen mit Fahrergestellung. Die Besonderheiten, die es bei der Überlassung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen als Dienstwagen zu beachten gilt, sind zusammengefasst in den  BMF, Schreiben v. 5.6....

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