Firmen-Pkw, Überlassung an Arbeitnehmer

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Geldwerter Vorteil
  • Bemessungsgrundlage Lohnsteuer
  • Bemessungsgrundlage Umsatzsteuer

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Verrechnete sonstige Sachbezüge aus Kfz-Gestellung 19 % USt

Eigener

Kontenplan
SKR 03
  8611
IKR  
6250 SKR 04
  4947
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Gehälter

Eigener

Kontenplan
SKR 03
  4120
IKR  
6300 SKR 04
  6020
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Stellt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen zur Verfügung, den dieser auch für private Fahrten nutzen darf, erfasst er die Aufwendungen, die auf die Privatfahrten entfallen, als geldwerten Vorteil. Es handelt sich um einen Sachbezug, welcher der Umsatzsteuer unterliegt. Die Kosten, die auf die private Nutzung entfallen, sind auf das Konto "Gehälter" 4120 (SKR 03) bzw. 6020 (SKR 04) zu buchen. Als Gegenkonto ist das Konto "Verrechnete sonstige Sachbezüge aus Kfz-Gestellung 19 % USt" 8611 (SKR 03) bzw. 4947 (SKR 04) zu verwenden.

 

Buchungssatz:

Gehälter

an Verrechnete sonstige Sachbezüge aus Kfz-Gestellung 19 % USt

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Pauschale Methode zur Berechnung des privaten Nutzungsanteils eines Arbeitnehmers

Herr Huber stellt seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen zur Verfügung, den dieser auch für Privatfahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen darf. Der Bruttolistenpreis des Firmenwagens hat im Zeitpunkt der Erstzulassung 35.700 EUR betragen. Die Wohnung des Arbeitnehmers liegt 15 km von der ersten Tätigkeitsstätte entfernt. Der Arbeitnehmer führt kein Fahrtenbuch, sodass Herr Huber die pauschale 1-%-Methode anwenden und die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte ebenfalls pauschal ermitteln muss.

 
Privatnutzung pro Monat 35.700 EUR × 1 % 357,00 EUR
Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte pro  
Monat 35.700 EUR × 0,03 % = 10,71 EUR × 15 km = 160,65 EUR
als Sachbezug sind zu erfassen (Bruttowert) 517,65 EUR
die Umsatzsteuer ist mit 19/119 herauszurechnen 82,65 EUR
Nettobetrag = Bemessungsgrundlage 435,00 EUR

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
4120 Gehälter 517,65 8611 Verrechnete sonstige Sachbezüge aus Kfz-Gestellung 19 % USt 435,00
      1776 Umsatzsteuer 19 % 82,65
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
6020 Gehälter 517,65 4947 Verrechnete sonstige Sachbezüge aus Kfz-Gestellung 19 % USt 435,00
      3806 Umsatzsteuer 19 % 82,65

3 Worauf es ankommt, wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung überlässt

Der Arbeitgeber zieht die Aufwendungen für ein Firmenfahrzeug insgesamt als Betriebsausgaben ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Unternehmer den Firmenwagen selbst nutzt oder seinem Arbeitnehmer überlässt. Unterschiede gibt es allerdings bei der privaten Nutzung. Die Kosten, die auf die private Nutzung durch den Unternehmer entfallen, werden als Einnahmen erfasst.

Überlässt der Unternehmer seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen, erfolgt die private Nutzung im Rahmen des Arbeitsverhältnisses. Dadurch treten folgende Konsequenzen ein:

  • Für den Arbeitnehmer ist die Möglichkeit, den Firmenwagen privat nutzen zu können, ein geldwerter Vorteil (Sachbezug), den er als Arbeitslohn versteuern muss.
  • Der Arbeitnehmer erhält diesen Vorteil, weil er seinem Arbeitgeber dafür seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt.
  • Die Höhe des Sachbezugs richtet sich nach den Regelungen in § 8 Abs. 2 EStG.

Da die private Nutzung durch den Arbeitnehmer als Arbeitslohn zu erfassen ist, handelt es sich für den Unternehmer insgesamt um einen betrieblichen Vorgang, sodass bezogen auf den Unternehmer immer eine 100 %ige betriebliche Nutzung vorliegt..

Der Arbeitgeber erfasst den geldwerten Vorteil beim Arbeitnehmer gem. § 8 Abs. 2 EStG. Dabei sind die Fahrten für die private Nutzung wie folgt zu erfassen: Fahrten für die

  • allgemeine Privatnutzung:

    • pauschal mithilfe der 1 %-Methode (es ist 1 % vom Bruttolistenpreis des Firmenwagens zuzüglich Sonderausstattung als monatlicher Arbeitslohn anzusetzen) oder
    • mit den tatsächlichen Kosten, die auf die Privatfahrten entfallen (diese Variante ist nur möglich, wenn der Arbeitnehmer ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch führt, aus dem ersichtlich ist, wie sich seine Fahrten zusammensetzen), und
  • die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zusätzlich entweder pauschal oder mit den tatsächlichen Kosten als Arbeitslohn anzusetzen und
  • Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung nur dann anzusetzen, wenn der Arbeitnehmer pro Woche mehr als eine Fahrt unternimmt (nur darüber hinausgehende Fahrten sind beim Arbeitslohn zu erfassen).
 
Nutzungsart 1. Variante 2. Variante
Privatnutzung pauschale Ermittlung mit 1 % vom Bruttolistenpreis + Sonderausstattung anteilige tatsächliche Kosten, die auf die privat gefahrenen Kilometer entfallen (lt. Fahrtenbuch)
Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte pauschal mit 0,03 % pro Monat bzw. 0,002 % pro Fahrt vom Bruttolistenpreis anteilige tatsächliche Kosten, die auf die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entfallen (lt. Fahrtenbuch)
Familienheimfahrten 0,002 % pro ...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesene beiträge