Firmen-Pkw, Finanzierung / 2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Buchung des Kredits für die Anschaffung eines Firmenwagens

Herr Huber beabsichtigt einen neuen Firmenwagen anzuschaffen. Die Anschaffungskosten des Firmenwagens betragen 30.000 EUR zuzüglich 19 % =5.700 EUR Umsatzsteuer. Wenn Herr Huber das Fahrzeug über die Bank des Autoherstellers finanziert, zahlt er nur 1,5 % Zinsen.

Dieses Finanzierungsangebot nimmt Herr Huber an. Weil er die Vorsteuer in Höhe von 5.700 EUR gegenüber dem Finanzamt geltend machen kann, finanziert er nur den Nettobetrag (Anschaffungskosten) von 30.000 EUR.

Das Fahrzeug wird am 30.6. 01 an Herrn Huber ausgeliefert (= Zulassungsdatum). Der Darlehensbetrag von 30.000 EUR wird ihm von der Bank des Autoherstellers zum 1.7. 01 belastet und er zahlt den Betrag von 5.700 EUR von seinem Bankkonto.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0320 Pkw 30.000      
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 5.700 0660 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Teilzahlungsverträgen 30.000
      1200 Bank 5.700
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0520 Pkw 30.000      
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 5.700 3180 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Teilzahlungsverträgen 30.000
      1800 Bank 5.700
  • Bei einer Laufzeit des Darlehens von 60 Monaten beträgt die monatliche Rate 519,30 EUR.
  • Die Raten sind ab dem 1.8.01 monatlich zum Beginn eines jeden Monats zu zahlen.
  • Die Zinsen während der Gesamtlaufzeit des Darlehens betragen 1.157,83 EUR.
  • Im Jahr 01 zahlt Herr Huber (519,30 EUR * 5 =) 2.596,50 EUR. Darin sind die Zinsen mit 181,47 EUR enthalten.
  • Herr Huber bucht die jeweiligen Raten auf das Darlehenskonto. Das Darlehen ist dann am 31.12.01 um den Betrag der Zinsen zu niedrig ausgewiesen. Herr Huber bucht daher nach Ablauf des Jahres (spätestens im Rahmen des Jahresabschlusses) die Zinsen auf das entsprechende Aufwandskonto um.

Buchungsvorschlag: Zusammenfassung aller in 01 gezahlten Raten

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0660 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Teilzahlungsverträgen 2.596,50 1200 Bank 2.596,50
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
3180 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Teilzahlungsverträgen 2.596,50 1800 Bank 2.596,50

Die Zinsen betragen 181,47 EUR bei einem Zinssatz von 1,5 %. Nach der vorhergehenden Buchung ist die Verbindlichkeit um diesen Betrag zu niedrig ausgewiesen und der Zinsaufwand noch nicht Gewinn mindernd berücksichtigt. Herr Huber muss deshalb die Zinsen wie folgt umbuchen:

Buchungsvorschlag: Umbuchung Zinsen

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
2126 Zinsen zur Finanzierung des Anlagevermögens 181,47 0660 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Teilzahlungsverträgen 181,47
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
7326 Zinsen zur Finanzierung des Anlagevermögens 181,47 3180 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Teilzahlungsverträgen 181,47

Die Laufzeit des Darlehens beträgt insgesamt 60 Monate (5 Jahre). Für die Jahre nach 01 sind die Raten und die Zinsen genauso zu erfassen, wie in den vorhergehenden Buchungsbeispielen.

 

Praxis-Tipp

Zins- und Tilgungsanteil: Von der Bank eine Berechnung anfordern

Die Zinsen können nicht gleichmäßig auf die gesamte Laufzeit verteilt werden. Zins- und Tilgungsanteil müssen voneinander getrennt verbucht werden und zwar spätestens beim Jahresabschluss. Deshalb sollte die finanzierende Bank eine Berechnung erstellen, aus der sich ergibt, welcher Teil der Raten auf Tilgung und welcher Teil auf Zinsen entfällt. Diese Daten brauchen nur übernommen zu werden, es müssen dann keine Berechnungen mehr vorgenommen werden.

Das Darlehen, das zur Finanzierung des Firmen-Pkws aufgenommen wurde, ist ein betriebliches Darlehen zur Finanzierung des Anlagevermögens. Das Darlehen ist und bleibt betrieblich, auch wenn der Gegenstand, z. B. der PKW, verkauft wird. Ein eventueller Pkw-Verkauf hat mit der Abwicklung der Finanzierung nichts zu tun. Das gilt auch, wenn der Gegenstand privat entnommen wird. Die Veräußerung eines Betriebsfahrzeugs ist somit völlig anders zu behandeln als die Rückgabe eines geleasten Fahrzeugs.

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