Firmen-Pkw, betriebliche Nu... / 8.2 Regelung für Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge, die vor dem 1.1.2019 und im Jahr 2022 angeschafft werden

Da bei einer betrieblichen Nutzung von 50 % oder weniger die pauschale 1-%-Regelung nicht angewendet werden darf, muss der Unternehmer die tatsächlichen Aufwendungen ermitteln, die auf die private Nutzung des Kraftfahrzeugs entfallen. Um die gleiche Wirkung zu erzielen wie sie bei der Reduzierung des Bruttolistenpreises bei der Anwendung der 1-%-Methode eintritt, werden die Anschaffungskosten des Batteriesystems bei der Ermittlung der Gesamtkosten herausgerechnet. D.h., für die Ermittlung des geldwerten Vorteils wird die Abschreibung entsprechend gemindert.

 

Praxis-Beispiel

Kauf eines Elektrofahrzeugs vor dem 1.1.2019

Ein Unternehmer hat im Januar 2014 ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16 kWh erworben. Der Bruttolistenpreis beträgt 43.000 EUR, die tatsächlichen Anschaffungskosten 40.000 EUR. Die betriebliche Nutzung beträgt 45 %. Der private Nutzungsanteil von 55 % ist wie folgt zu ermitteln:

Bei der Ermittlung der Gesamtkosten sind die Anschaffungskosten um den pauschal ermittelten Minderungsbetrag i. H. v. 4.800 EUR (16 kWh x 300 EUR) zu mindern. Die Abschreibung ist mit 5.866,66 EUR anzusetzen (40.000 EUR – 4.800 EUR = 35.200 EUR verteilt auf 6 Jahre). Daneben sind Aufwendungen für die Versicherung mit 1.000 EUR und Kosten für den Strom i. H. v. 890 EUR angefallen. Die private Nutzung ist mit folgendem Betrag anzusetzen:

 
Positionen Gewinnerhöhung

Bemessungsgrundlage

Umsatzsteuer
Abschreibung    
  • nach reduzierten AK
5.866,66 EUR  
  • nach tatsächlichen AK
  6.666,66 EUR
Versicherung 1.000,00 EUR ---
Stromkosten 890,00 EUR 890,00 EUR
Summe 7.756,66 EUR 7.556,66 EUR
Privater Nutzungsumfang 55 % 4.266,17 EUR 4.156,17 EUR
Umsatzsteuer --- 789,68 EUR

Die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist niedriger als der Betrag, der ertragsteuerlich gewinnerhöhend zu erfassen ist. Buchungstechnisch gibt es daher keine Probleme. Bei der Zuordnung kann daher wie folgt vorgegangen werden:

 
Gewinnerhöhung nach reduzierter Abschreibung 4.266,17 EUR
Umsatzsteuer 19 % 768,78 EUR
Unentgeltliche Wertabgabe insgesamt 5.034,95 EUR
Ertragsteuerlich sind anzusetzen: 4.266,17 EUR
Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer 4.156,17 EUR
Differenz (umsatzsteuerfrei) 110,00 EUR
 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1880/2130 Unentgeltliche Wertabgeben 5.034,95 8921/4645 Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19 % USt (Kfz-Nutzung) 4.156,17
      8924/4639 Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens ohne USt (Kfz-Nutzung) 110,00
      1776/3806 Umsatzsteuer 19 % 768,78

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