Finanzplanung mit Soll/Ist-... / 2 Die Soll-Jahresplanung

Im linken Bereich der Übersicht SOLL-Jahresplanung des Excel-Tools (s. Abb. 1) planen Sie die Geschäftszahlen für ein komplettes Jahr.

Abb. 1: Die Jahresplanung berücksichtigt auch saisonal schwankenden Monatsumsätze.

  • Gesamtleistung: Im engeren Sinne ist die Gesamtleistung der Saldo aus den Umsatzerlösen, den Bestandsveränderungen und den aktivierten Eigenleistungen. Da wir jedoch weder Bestandsveränderungen (z. B. Zu- oder Abgänge vom Lagerbestand) noch aktivierbare Eigenleistungen (z. B. eigene Herstellung von Maschinen, Geräten, Bauwerken und dergleichen) berücksichtigen wollen, kann die Gesamtleistung als Gesamtumsatz aufgefasst werden.
  • Fremdleistungen: Darunter sind in erster Linie alle Arbeiten zu verstehen, die nicht vom eigenen Personal ausgeführt, gleichwohl aber Ihren Kunden weiterverrechnet werden.

    Die Fremdleistungen werden oft vom Steuerberater bzw. von der Buchhaltung in die Position Material/Wareneinkauf integriert. Achten Sie darauf, dass hier eine getrennte Verbuchung erfolgt, da Sie ansonsten keinen vernünftigen Soll/Ist-Vergleich vornehmen können.

  • Sonstige betriebliche Erlöse: Es handelt sich um betriebsbedingte Einnahmen, die jedoch nichts mit dem unmittelbaren Geschäftszweck zu tun haben. Dazu zählen z. B. Provisionserlöse, Erlöse aus Abfallverwertung (z. B. bei einem EDV-Dienstleister, der täglich große Mengen Kupferkabel demontiert und weiterverkauft) oder private Leistungsentnahmen zum Eigenverbrauch, wie Kfz-Nutzung, Telefon und Ähnliches. Wie Sie sehen, gibt es auch hier liquiditätswirksame und nicht liquiditätswirksame Werte. Während z. B. Provisionserlöse zwar nichts mit dem unmittelbaren Unternehmenszweck zu tun haben, jedoch sehr wohl als Geldmittel auf das Konto fließen, ist dies z. B. beim Eigenverbrauch für die Kfz-Nutzung nicht der Fall. Hier fließt kein Geld auf das Konto, es wird lediglich der zu versteuernde Gewinn erhöht.
  • Betrieblicher Rohertrag: Dies ist der automatische Saldo aus der Gesamtleistung abzüglich Material-/Wareneinkauf sowie den Fremdleistungen zuzüglich der sonstigen betrieblichen Erlöse.
  • Personalkosten: Löhne und Gehälter inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Arbeitgeberanteile der Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, Krankenkassenumlage, freiwillige Arbeitgeberleistungen und sonstige lohnabhängige Aufwendungen.
  • Raumkosten: Hierzu zählen insbesondere Miet- und Pachtkosten, Grundstücksaufwendungen wie etwa Heizung, Strom, Wasser und Reinigung, aber auch Reparaturen und Instandhaltungskosten sowie Leasingkosten z. B. für Büroeinrichtungen.
  • Betriebliche Steuern: Die Betriebssteuern enthalten insbesondere die Grund-, Grunderwerbs- und Ökosteuer sowie sonstige Steuern wie die Kfz-Steuer sowie auch Steuernachzahlungen und -erstattungen. Über die voraussichtliche Höhe befragen Sie am besten Ihren Steuerberater.
  • Versicherungen/Beiträge: IHK- und Handwerkskammerbeiträge, Beiträge zur Berufsgenossenschaft sowie für Innungen, Patente, Lizenzen und Konzessionen sowie – bei entsprechenden Firmen – auch die Beiträge für die Winterbauumlage beispielsweise bei Dachdeckerfirmen.
  • Besondere Kosten: Alle restlichen betrieblichen und regelmäßigen Kosten, die zum operativen Geschäft gehören (z. B. Verluste aus Kurssicherung und Zahlungsverkehr, Kosten aus weiterberechneten Leistungen und dergleichen).
  • Kfz-Kosten (ohne Steuern): Hierzu zählen insbesondere die Kosten für Kfz-Leasing, -Betriebsstoffe, -Reparaturen und -Versicherungen sowie die Garagenmiete und sonstige Fahrzeugkosten, wie spezielle Inneneinrichtungen und Ähnliches.
  • Werbe-/Reisekosten: Darunter fallen unter anderem die Kosten für Anzeigen, Schaufenster- und Fahrzeugbeschriftungen, Werbeartikel, Repräsentationskosten, Bewirtungskosten, Reisen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Fortbildungen, Dekomaterial, Fachzeitschriften sowie auch die Aufwendungen für Ihre Internet-Präsenz.
  • Kosten der Warenabgabe: Dies betrifft hauptsächlich Firmen, die ihre Waren versenden und dafür Aufwendungen für Verpackung und Transport bzw. Versand haben.
  • Abschreibungen: Abschreibungen auf Sachanlagen, Immobilien und ähnliche Güter, die oberhalb der Grenze für so genannte GWG (geringwertige Wirtschaftsgüter) liegen und im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben werden können.
  • Reparaturen/Instandhaltungen: Für Maschinen, Anlagen und Einrichtungen.
  • Sonstige Kosten: Kosten, die Sie keiner der vorgenannten Kategorien zuordnen können.
  • Gesamtkosten: Hier werden automatisch alle Kosten von Personalkosten bis sonstige Kosten kumuliert.
  • Betriebsergebnis: Es wird automatisch der Saldo aus dem betrieblichen Rohertrag und den Gesamtkosten gebildet.
  • Kosten des Geldverkehrs: Üblicherweise sind dies Kontoführungsgebühren, gegebenenfalls noch Provisionskosten, z. B. für Bürgschaften, wie dies bei Handwerksunternehmen durch die Gewährleistungsbürgschaft der Fall ist.
  • Zinsaufwand für kurzfristige Verbindlichkeiten: Hiermit sind die Kontokorrentzinsen für Ihr Geschäftskonto gemeint. Überlegen Sie, wie hoch Ihr Kontokorrentrahmen ...

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