Ermittlung der Gewerbesteuer / 8.3 Begriff der Arbeitslöhne für die Zerlegung (§ 31 GewStG)

Arbeitslöhne sind

  • die Vergütungen i. S. d. § 19 Abs. 1 Nr. 1 des EStG, soweit sie nicht durch andere Rechtsvorschriften von der Einkommensteuer befreit sind.
  • Zuschläge für Mehrarbeit und für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit gehören unbeschadet der einkommensteuerlichen Behandlung zu den Arbeitslöhnen.

Zu den Arbeitslöhnen gehören nicht

  • Vergütungen, die an Personen gezahlt worden sind, die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt werden.
  • Nach dem Gewinn berechnete einmalige Vergütungen (z. B. Tantiemen, Gratifikationen).
  • Sonstige Vergütungen, soweit sie bei dem einzelnen Arbeitnehmer 50.000 EUR übersteigen.

    Die gesetzliche Regelung bedeutet, dass grundsätzlich für die übrige Vergütung (nach dem vollständigen Wegfall von Vergütungen nach § 31 Abs. 4 Satz 1 GewStG) eine Begrenzung bei der Berücksichtigung bei 50.000 EUR eintritt. Dies zielt zwar grundsätzlich auf die Vergütung der Geschäftsführung ab, ist aber nicht auf diese beschränkt.

 

Praxis-Beispiel

Begrenzte Berücksichtigung von Vergütungen

 
Betriebsstätte A Arbeitnehmer A1 40.000 EUR
  Arbeitnehmer A2 60.000 EUR
  Geschäftsführer 120.000 EUR
Zwischensumme   220.000 EUR
 
Betriebsstätte B Arbeitnehmer B1 35.000 EUR
  Arbeitnehmer B2 45.000 EUR
  Arbeitnehmer B3 (Prokurist) 70.000 EUR
Zwischensumme   150.000 EUR
Summe Löhne und Gehälter nach § 19 EstG 370.000 EUR

Kürzung entsprechend § 31 Abs. 4 Satz 2 GewStG

 
Betriebsstätte A Arbeitnehmer A1 0 EUR
  Arbeitnehmer A2 10.000 EUR
  Geschäftsführer 70.000 EUR
 
Betriebsstätte B Arbeitnehmer B1 0 EUR
  Arbeitnehmer B2 0 EUR
  Arbeitnehmer B3 (Prokurist) 20.000 EUR
 
Lohnsumme Betriebsstätte A   140.000 EUR
Lohnsumme Betriebsstätte B   130.000 EUR

Bei Unternehmen, die nicht von einer juristischen Person betrieben werden (Einzelfirmen, Personengesellschaften), erfolgt ein Ansatz für die im Betrieb tätigen Unternehmer (Mitunternehmer) von insgesamt 25.000 EUR.

 

Praxis-Beispiel

Zerlegung der Gewerbesteuer

Die R KG hat ihren Sitz und Ort der Geschäftsleitung in Freiburg. Weitere Betriebsstätten im Inland bestehen in Karlsruhe und Mannheim. Für 01ergibt sich ein Messbetrag von 11.075 EUR. Gesellschafter der KG sind:

  • Hans R (Komplementär) mit einem Festkapital von 150.000 EUR,
  • Clemens R (Kommanditist) mit einem Festkapital von 50.000 EUR.

Der Lohnaufwand lt. GuV der Handelsbilanz beträgt 1.900.000 EUR und verteilt sich auf Freiburg 1.000.000 EUR (einschl. Lohn Gesellschafter mit 120.000 EUR); Karlsruhe 500.000 EUR; Mannheim 400.000 EUR. Am Sitz der Gesellschaft in Freiburg sind 5 Auszubildende beschäftigt. Ihr Lohnaufwand beträgt 55.000 EUR. Die Gesellschafter sind ebenfalls ausschließlich in Freiburg tätig.

Ermittlung der anteiligen Messbeträge im Rahmen der Zerlegung:

 
  Gesamt Freiburg Karlsruhe Mannheim
  EUR EUR EUR EUR
Löhne und Gehälter lt. GuV 1.900.000 1.000.000 500.000 400.000
abzgl. gebuchter Lohnaufwand Gesellschafter (kein Arbeitslohn nach § 19 EStG) ./. 120.000 ./. 120.000 0 0
abzgl. Vergütungen Auszubildende ./. 55.000 ./. 55.000 0 0
zzgl. Vergütung Mitunternehmer § 31 Abs. 5 GewStG 25.000 25.000 0 0
Maßgebender Arbeitslohn 1.750.000 850.000 500.000 400.000
Anteil in % 100 48,6 28,6 22,8
Einheitlicher Messbetrag 11.075 5.383 3.167 2.525

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