Erbschaftsteuer: Steuerbefr... / 7.3 Schuldenabzug

Stehen mit einem steuerbefreiten Familienheim Schulden im Zusammenhang, sind diese nicht abzugsfähig (§ 10 Abs. 6 Satz 1 ErbStG und R E 13.4 ErbStR 2019 i. V. m. R E 10.10 ErbStR 2019).

 

Praxis-Beispiel

Berücksichtigung von Schulden

Der Ehegatte M hat Ehefrau F zur Alleinerbin eingesetzt. Beide haben im Güterstand der Gütertrennung gelebt. Der Erbfall tritt am 15.10.2019 ein. Das Erblasservermögen besteht zum einen aus einem Einfamilienhaus, welches beide Ehegatten bis zum Tod von M gemeinsam zu eigenen Wohnzwecken genutzt haben. Der gemeine Wert des Hauses beträgt 1.700.000 EUR. Darüber hinaus ist noch ein Bankguthaben i. H. v. 900.000 EUR vorhanden. F nutzt das Haus weiterhin zu eigenen Wohnzwecken. Das Einfamilienhaus ist noch mit Schulden i. H. v. 300.000 EUR belastet.

Lösung

Der Erwerb des Familienheims ist für Ehefrau F nach § 13 Abs. 1 Nr. 4b ErbStG steuerbefreit. Dagegen sind die Schulden i. H. v. 300.000 EUR nicht abzugsfähig (§ 10 Abs. 6 Satz 1 ErbStG).

Dies führt bei F zu folgender Besteuerung:

 
Vermögensanfall (Bankguthaben) 900.000 EUR
Familienheim (steuerfrei) ./. 0 EUR
Schulden (nicht abzugsfähig) ./. 0 EUR
abzüglich Beerdigungskostenpauschale ./. 10.300 EUR
abzüglich persönlicher Freibetrag (§ 16 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG) ./. 500.000 EUR
abgerundeter steuerpflichtiger Erwerb 389.700 EUR
Erbschaftsteuer (Steuersatz 15 %, § 19 Abs. 1 ErbStG) 58.455 EUR

Es ergibt sich für F eine Erbschaftsteuer i. H. v. 58.455 EUR.

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