Erbschaftsteuer: Steuerbefr... / 3.1.5 Begünstigte Erwerbe und Erwerberkreis

Begünstigt ist nach § 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG der Erwerb von Todes wegen. Hierzu gehört der Erbfall, das Vermächtnis, wie auch die Auflage.

Weitere Erwerbe die begünstigt sind, stellen u. a. die Folgenden dar:

  1. Erwerb durch Schenkung auf den Todesfall gemäß § 2301 BGB,
  2. Erwerb als Abfindung für den Verzicht auf den entstandenen Pflichtteilsanspruch oder für die Ausschlagung einer Erbschaft, eines Vermächtnisses oder für die Zurückweisung eines Rechts aus einem Vertrag des Erblassers zugunsten Dritter auf den Todesfall,
  3. Entgelt für die Übertragung der Anwartschaft eines Nacherben.

Als Erwerber kommen die Kinder in Betracht. Auch Kinder verstorbener Kinder – Enkel – erhalten die Steuerbefreiung, nicht aber wenn die Zwischengeneration noch lebt. Die Vorschrift greift nicht für Urenkel. Das Gesetz spricht hier von Kindern.

 

Praxis-Beispiel

Erwerberkreis

Der Witwer W lebt gemeinsam mit seinem erwachsenen Enkelkind EN in einem Einfamilienhaus. W verstirbt am 1.11.2019 und hinterlässt EN als Alleinerbe das Einfamilienhaus (gemeiner Wert 380.000 EUR). Der Vater von EN (Sohn des W) lebt im Ausland.

Für EN kommt die Steuerbefreiung des § 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG nicht in Betracht, da dessen Vater (Zwischengeneration) noch lebt. Daher kommt es bei EN zu folgender Besteuerung:

 
Nachlass (Ansatz gemeiner Wert) 380.000 EUR
./. Beerdigungskostenpauschale (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG) ./. 10.300 EUR
./. persönlicher Freibetrag (§ 16 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG)  ./. 200.000 EUR
Abgerundeter steuerpflichtiger Erwerb (§ 10 Abs. 1 ErbStG) 169.700 EUR
Festzusetzende Erbschaftsteuer (Steuersatz 11 %; § 19 ErbStG) 18.667 EUR

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