Erbschaftsteuer: Ausschlagung / 1.4 Umfang der Ausschlagung

Ein Erbe kann seine Ausschlagung oder seine Annahme nicht auf einen Teil der Erbschaft beschränken. Er hat also nur die Möglichkeit, die ganze Erbschaft auszuschlagen oder sie im Ganzen anzunehmen. Eine vorgenommene Teilausschlagung ist unwirksam. Der Erbe kann nicht nur einzelne Nachlassgegenstände annehmen bzw. deren Anfall ausschlagen. Als Gestaltungsmaßnahme bietet sich hier aber die Ausschlagung gegen eine Abfindung an.

 

Praxis-Beispiel

Ausschlagung gegen Abfindung

Witwer W hat seine Nichte N zur Alleinerbin eingesetzt. Diese hat noch eine Tochter T. Sonstige Verwandte von W sind nicht mehr vorhanden. Der Nachlass umfasst ein Mietwohngrundstück und ein Einfamilienhaus mit einem Wert von insgesamt 1.200.000 EUR. Die W verstirbt am 1.4.2016. N will nur das Einfamilienhaus für sich beanspruchen.

N kann hier die Erbschaft ausschlagen. Die Erbschaft fällt nun ihrer Tochter T an, da keine anderen Verwandten des W vorhanden sind. Von dieser lässt sich N dann das Einfamilienhaus als Abfindung übertragen. Damit wurde faktisch eine Teilausschlagung erreicht.

 

Hinweis

Steuerlicher Hinweis

Ist das Einfamilienhaus vermietet, dann ist der Verschonungsabschlag nach § 13d ErbStG in Höhe von 10 % zu berücksichtigen.

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