Erbschaftsteuer: Anrechnung... / 10. Rechtslage bis 2008

Bis 2008 galten niedrigere persönliche Freibeträge und in den Steuerklassen II und III auch andere Steuersätze.

 

Praxis-Beispiel

Auslandsvermögen bei Rechtslage bis 2008

Der Onkel O mit Wohnsitz in Deutschland hat seine Nichte N zur Alleinerbin eingesetzt. O verstirbt am 1.2.2008. Der Nachlass von O setzt sich nur aus Auslandsvermögen i. H. v. 220.000 EUR zusammen. Auf dieses Vermögen hat N eine ausländische Erbschaftsteuer i. H. v. 5.000 EUR (umgerechnet) entrichtet. Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit dem ausländischen Staat soll es nicht geben.

N stellt einen Antrag auf Anrechnung der ausländischen Steuer. Einen Nachweis über die Höhe des Auslandsvermögens und die Festsetzung und Zahlung der ausländischen Steuer hat N erbracht.

N ist in Deutschland unbeschränkt erbschaftsteuerpflichtig, da O in Deutschland seinen Wohnsitz hatte (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG). Daher wird der gesamte Vermögensanfall bei N von der deutschen Besteuerung erfasst, d. h. auch das Auslandsvermögen. Da es zwischen Deutschland und dem Staat, aus welchem das Vermögen des O stammt, kein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, ist N auf ihren Antrag hin die gezahlte ausländische Erbschaftsteuer anzurechnen. Das Vermögen des O besteht nur aus ausländischem Vermögen, daher wird der N die Steuer voll angerechnet (§ 21 Abs. 1 ErbStG).

Die Erbschaftsteuer für N berechnet sich wie folgt:

 
Vermögensanfall (Auslandsvermögen) 220.000 EUR
Abzüglich Erbfallkostenpauschale (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG) ./. 10.300 EUR
Abzüglich persönlicher Freibetrag (§ 16 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG) ./. 10.300 EUR
Steuerpflichtiger Erwerb (§ 10 Abs. 1 ErbStG) 199.400 EUR
Erbschaftsteuer (17 %, § 19 Abs. 1 ErbStG) 33.898 EUR
Abzüglich anzurechnende ausländische Steuer ./. 5.000 EUR
Endgültige festzusetzende Erbschaftsteuer 28.898 EUR

Für N ergibt sich eine festzusetzende Steuer i. H. v. 28.898 EUR.

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