Energiecontrolling als Teil... / 3.3 Erkennung von Potenzialen zur Reduktion des Energieverbrauchs

Potenziale zur Erreichung der Umweltziele

Die FSG hat sich in 2010 das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 % gegenüber dem Basisjahr 2009 zu reduzieren. Dieses Ziel konnte bereits in 2014 erreicht werden. Für die Zukunft will die FSG weitere Potentiale heben, sofern diese wirtschaftlich realisierbar sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die FSG grundsätzlich weiteres Wachstum anstrebt, was aber emissionsneutral erfolgen soll. Die Fortschritte werden jährlich im Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.

Entsprechend dieser Zielsetzung sind jährlich auf Basis der bereits erreichten Verbesserungen weitere Maßnahmen zur Optimierung des Energieverbrauchs zu identifizieren. Hierzu führt die FSG eine regelmäßige Potenzialanalyse ein, bei der die anteilmäßig größten Energieträger und Verbrauchsstellen systematisch daraufhin analysiert werden, welche weiteren Verbesserungen noch möglich sind. Hierzu werden bei der FSG im Wesentlichen die Verbräuche betrachtet, die tatsächlich im Einflussbereich liegen (Eigenverbräuche). Eine Darstellung der Energieträger sowie ein exemplarischer Detailaufriss ist in Abb. 3 dargestellt. Dieser Bericht wird ebenfalls aus SAP BW generiert. Für genauere technische Analysen kann auf Spezialsysteme und Erfahrungen des Betriebs und des Umweltmanagements zurückgegriffen werden.

Abb. 3: Energieverbräuche mit Beeinflussbarkeit durch FSG (geänderte Zahlen)

Im Rahmen der Potenzialanalyse sind grundsätzlich sind drei Fragen zu beantworten:

  1. Welche Verbesserungen wurden bereits erfolgreich umgesetzt bzw. wo besteht noch Nachholbedarf?
  2. Wo bestehen noch Potenziale in Bezug auf eine

    1. Veränderung des Verbrauchsverhaltens?
    2. Optimierung der Technologien?
  3. Welches Einsparpotenzial ergibt sich aus diesen Maßnahmen und welche Wirtschaftlichkeit (Kosten/Nutzen) ist damit verbunden?

Potenziale aus der Änderung des Verbrauchsverhaltens ergeben sich beispielsweise aus

  • der Optimierung der Heizkurve durch Anpassung der Steilheit oder eine Ausweitung der Nachtabsenkung oder sogar durch die Nachtabschaltung beim Heizbetrieb,
  • der Optimierung der Raumtemperatur durch Parallelverschiebung z. B. Reduzierung (Erhöhung) der Raumtemperatur im Winter (Sommer) sowie durch eine Absenkung (Anhebung) der Heizgrenze (Klimagrenze).

Optimierung der Technologien

Neben der Anpassung des Verbrauchsverhaltens bestehen Reduktionspotenziale im Einsatz neuer Technologien. Hier erfolgt eine Prüfung der relevanten Verbräuche (bspw. Top10 Verbräuche pro Energieträger).

LED Technologie vs. Glühlampen

Aktuell ist z. B. der Einsatz der LED-Technologie beim Ersatz von Leuchtmitteln in der Prüfung, da diese sehr große Effizienzverbesserung mit sich bringen. Aufgrund der hohen Wärmeverluste beim Einsatz traditioneller Leuchtmittel, sind hier im Vergleich zum Einsatz von Glühlampen Energieeffizienzsteigerungen um bis zu 80 % möglich.

Erneuerung von Fluggasttreppen

Im Bereich der Kraftstoffe werden die eingesetzten Fahrzeuge geprüft. Der Verbrauch von Kraftstoffen macht in Summe etwa 16 % des Gesamtenergieverbrauchs aus. Die Top 10 Verbraucher von Kraftstoffen sind in Abb. 3 dargestellt. Greift man exemplarisch die Fluggasttreppen heraus, können die Einzelverbräuche der Fluggasttreppen je Betriebsstunde in SAP BW ausgewertet werden. Hier zeigt die Analyse, dass sich die einzelnen Treppen je nach Baujahr in ihrer Technologie und damit dem Verbrauch je Betriebsstunde um bis zu 20 – 30 % unterscheiden. Die älteren Fahrzeuge machen etwa einen Anteil von 30 % aus, so dass insgesamt durch den Austausch der alten Fahrzeuge eine Reduktion dieses Verbrauchs um 7 – 10 % erreicht werden kann.

Ökostrom – Anpassungen im Energiemix

Eine weitere zu den technologischen Potenzialen zu rechnende Möglichkeit ist der Einsatz alternativer Energieträger. Hierzu zählt bspw. der Umstieg auf "Ökostrom". Dieses Maßnahme trägt zwar dazu bei, dass die CO2-Bilanz des Flughafens reduziert wird, indem der entsprechende Umrechnungsfaktor für diese elektrische Energie bis auf den Wert 0,0 reduziert werden kann, verbessert aber nicht die nachhaltige Leistung des Flughafens im Sinne der Energieeffizienz. Je nach Art und Herkunft des bezogenen Ökostroms trägt diese Maßnahme folglich nur bedingt zu einer Verbesserung der ökologischen Leistung des Gesamtsystems bei. Entsprechend wichtig ist es im Rahmen des Energiecontrollings, immer sowohl Energieeffizienzkennzahlen als auch Emissionskennzahlen zu betrachten.

 

Hinweis

RECS-Zertifikate sind umstritten

Die FSG hat in 2013 beschlossen ab 2014 Strom mit RECS-Zertifikaten (Renewable Energy Certificate System) einzukaufen. Da mit diesem Strom bezogen auf das ökologische Gesamtsystem nicht unbedingt Emissionen eingespart werden, sind diese Zertifikate nicht unumstritten. Dieser erhebliche ggf. nicht langfristige Effekt auf die CO2-Bilanz wird im CO2-Bericht der FSG entsprechend kommuniziert und ausgewiesen.

Zusammenbringen unterschiedlicher Expertise erforderlich

Entsprechend der in Abb. 3 dargestellten Struktur wird jede Verbrauchsposit...

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