Energiecontrolling als Teil... / 2 Nachhaltigkeitsmanagement beim Flughafen Stuttgart

Wirtschaftsfaktor Flughafen

Mit 9,6 Millionen Passagieren in 2013 konnte sich der Flughafen Stuttgart auf Platz sechs unter den deutschen Flughäfen behaupten und dabei ein Geschäftsergebnis in Höhe von 24 Mio. EUR erwirtschaften. Rund 55 Fluggesellschaften starten von hier zu 100 Zielen weltweit. In einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas mit 8 Millionen Einwohnern in einem Umkreis von 90 Kilometern hat der Flughafen Stuttgart eine herausragende Bedeutung für die Mobilität der Bürger und für die Wirtschaft in Baden-Württemberg.

Ein Unternehmen der öffentlichen Hand

Am Flughafen Stuttgart arbeiten derzeit etwa 9.500 Menschen in 250 Firmen und Behörden – damit ist der Landesflughafen eine der größten Arbeitsstätten im Land. Die Eigentümer der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) sind das Land Baden-Württemberg mit 65 % und die Stadt Stuttgart mit 35 %. Organisatorisch teilt sich der Betrieb am Flughafen in die Teilbereiche Aviation (Überwachung und Sicherung der Start- und Landeanlagen, Abfertigung der Flugzeuge und Passagieren) und Non-Aviation (Bereitstellung der Start- und Landeanlagen sowie der Infrastruktureinrichtungen, Verpachtung von Büro- und Handelsflächen, Versorgungsleistungen, Informations- und Kommunikationstechnik).

Vom Umweltmanagement zum Nachhaltigkeitsmanagement

Als Systemträger der Luftfahrt hat der Flughafen Stuttgart erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und ist darüber hinaus wie eingangs erläutert einer der größten Arbeitsstätten in Baden-Württemberg. Daraus entwächst eine besondere Verantwortung gegenüber einer Vielzahl von Interessensgruppen. Der größtmöglichen Nachhaltigkeit der Unternehmensaktivitäten kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Historisch gesehen sind die Nachhaltigkeitsaktivitäten der FSG aus dem Umweltengagement des Unternehmens heraus entstanden. Über mehrere Jahre wurden hier immer wieder Maßnahmen ergriffen, um die Belastungen für die Umwelt durch den Betrieb des Flughafens auch wegen der damit verbundenen Kosten zu minimieren und zu optimieren. Hieraus ist bei der FSG heute ein umfangreiches Nachhaltigkeitsmanagement entstanden.

"fairport STR" als zentrales Label der Nachhaltigkeit

Seit dem Jahr 2012 werden alle Aktivitäten zur Steigerung der Nachhaltigkeit der FSG unter dem zentralen Label "fairport STR" koordiniert und gesteuert. Diese eingetragene Marke dient als zentrales Element der internen und externen Kommunikation und Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

Nachhaltigkeitsvision

Ausgangspunkt für die nachhaltige Ausrichtung ist eine langfristige Vision der FSG, welche das Ziel verfolgt, dauerhaft einer der leistungsstärksten und nachhaltigsten Flughäfen in Europa sein.

Diese Vision lässt sich in 3 übergeordnete Unternehmensziele überführen. Demnach möchte die FSG

  • wirtschaftlich erfolgreich,
  • sozial verantwortlich (gegenüber Mitarbeitern und Gesellschaft) und
  • ökologisch verträglich sein.

"fairport Kodex"

Zur Umsetzung dieser Vision beschreibt der "fairport Kodex" die Eckpfeiler der Nachhaltigkeitsstrategie. Der Kodex definiert die grundlegenden Werte und Standards für das Verhalten aller Mitarbeiter der FSG untereinander sowie gegenüber Kunden, Wettbewerbern, Geschäftspartnern, Behörden und anderen Interessengruppen.

Nachhaltigkeitsstrategie und -programm

In der Nachhaltigkeitsstrategie werden die Eckpfeiler des Kodex in konkrete Ziele übersetzt. Hierzu wurden ökologische und soziale Ziele der FSG in die Unternehmensstrategie, die in Form einer Strategy Map dokumentiert ist, integriert.

Die Nachhaltigkeitsstrategie definiert die Schwerpunkte des Handelns der FSG und soll sicherstellen, dass laufende und geplante Maßnahmen bzw. Projekte im Sinne der Gesamtziele koordiniert und ausgerichtet werden. Zur Erreichung der Ziele werden konkrete Maßnahmen definiert und in einem Nachhaltigkeitsprogramm gebündelt. So umfasst z. B. das zentral durch die Abteilung Umweltmanagement koordinierte Umweltprogramm Maßnahmen zu den Themen Energieeffizienz, Materialeffizienz, Wasser, Abfall, Biologische Vielfalt, Luftemissionen und -schadstoffe, Boden- und Gewässerschutz sowie Lärm. Die Ausrichtung der Maßnahmen auf die Gesamtziele umfasst auch eine Bewertung und Priorisierung von möglichen Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit. Hierfür werden die mit den Maßnahmen erreichbaren Beiträge zu den Gesamtzielen, den damit verbundenen Aufwendungen gegenübergestellt und auf Basis geeigneter Kriterien bewertet.

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