Energiebilanzen in Unterneh... / 6 Entwicklungspotenziale durch "Industrie 4.0"

Industrie 4.0 ist eine von der Bundesregierung angestoßene Initiative, um neue Informationstechnologie für die Produktion nutzbar zu machen. Automatisierte Prozesse, Robotik und dezentrale Intelligenz führen zu einem Informationsfluss, der sich durch In-Memory Databases (IMDB) auch erfassen und verarbeiten lässt. Der Energiebereich treibt diese Entwicklung, wie es die Schlagworte Smart Metering und Smart Grids/Internet der Energie andeuten.

Controlling und technische Steuerung

Für das Controlling bedeutet diese Entwicklung, dass alle Energiedaten im Viertelstunden- oder sogar Sekundenrhythmus verfügbar sind. Sie müssen nur zu Energiebilanzen in jeder Form zusammengesetzt werden. Dem Controlling bieten sich unabsehbare Herausforderungen und Chancen durch eine engere Zusammenarbeit mit technischen Systemen wie Management Execution System (MES), Gebäudeleittechnik (GLT) oder Logistik-Planung. Um dies beispielhaft greifbarer zu machen:

  • Das Controlling kann die operativen Einheiten beraten, ob sich ein Lastmanagement lohnt, beispielsweise ließe sich ein Kühlhaus als Energiespeicher nutzen. Dies setzt ein Portfoliomanagement im Energieeinkauf voraus, durch das Preise als Knappheitsindikatoren von den Börsen in die Unternehmen hinein wirken.
  • Steigende Preise machen Ersatzinvestitionen in energierelevante Anlagen profitabel. Der optimale Ersatzzeitpunkt lässt sich nur mit dem Energieverbrauch von Öfen, Druckluftkompressoren, Klimaanlagen usw. berechnen.
  • Das Controlling kann Informationssysteme aufbauen, die Maschinenführer, Facility Manager, Fahrer usw. unmittelbar über die Energie- und Kostenauswirkungen ihrer Entscheidung informieren (Maschinenauswahl, Temperaturen, Geschwindigkeiten). Im Prinzip dienen hierzu Prozessbilanzen mit kurzen Rhythmen. Bilanzen aufgrund von Messungen (ex post) dienen zur Kontrolle und zum Lernen; berechnete Bilanzen (ex ante) sind erforderlich zur Planung und Steuerung.

KPIs

Die neuen technischen Möglichkeiten führen zu differenzierteren Kennzahlensystemen. Die Key Performance Indicators (KPIs) lassen sich in Management Cockpits visualisieren und auch mobil über Cloud Computing verfügbar machen. Im Rahmen von Sustainability Balanced Scorecards liegt es nahe, gerade die besonders ergebnisrelevanten Energiekennzahlen bis auf die Ebene von Anlagen oder sogar Anlagenkomponenten zu differenzieren. Die externe Berichterstattung über den Energieaspekt der Nachhaltigkeit ist dann ebenfalls problemlos möglich (z. B. mit den Kennzahlen der Global Reporting Initiative oder des Carbon Disclosure Project). Die IT spielt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der in diesem Beitrag entwickelten Überlegungen.

Nächste Industrielle Revolution

In Energiebilanzen kristallisieren sich die Megatrends IT und Energie. Sie sind unabdingbar für die erhoffte nächste "Industrielle Revolution", dem Wandel zu regenerativen Energien sowie zu einem nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensstil.

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