Einkünfte aus Kapitalvermögen / 6.1 Überblick

Nach § 20 Abs. 2 EStG sind steuerpflichtig:

  • die Veräußerung von Anteilen an Körperschaften,
  • die Veräußerung von Dividenden- und Zinsscheinen ohne das jeweilige Stammrecht,
  • Gewinne bei Termingeschäften sowie die Veräußerung eines solchen Finanzinstruments,
  • die Veräußerung eines Anteils an einer stillen Gesellschaft/eines partiarischen Darlehens,
  • die Rechtsübertragung bei Hypotheken, Grundschulden, Renten i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 5 EStG,
  • die Veräußerung einer Kapitallebensversicherung,
  • die Veräußerung von sonstigen Kapitalforderungen i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG,
  • die Veräußerung einer Rechtsposition i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 9 EStG.

Als Veräußerung gilt nach § 20 Abs. 2 Satz 2 EStG auch die Einlösung (bei Endfälligkeit), Rückzahlung, Abtretung oder verdeckte Einlage in eine Kapitalgesellschaft.

Ein Tausch von Wertpapieren führt abgesehen von den u.g. Ausnahmen zu einem steuerpflichtigen Veräußerungsvorgang.

Verluste aus wertlosen Kapitalanlagen betrachtet die Finanzverwaltung – teilweise entgegen der Rechtsprechung der Finanzgerichte – kritisch.

 

Hinweis

Umschuldungsmaßnahmen

Werden im Rahmen von Umschuldungsmaßnahmen auf Veranlassung des Schuldners/Emittenten die ursprünglich ausgegebenen Wertpapiere durch den Schuldner gegen neue Wertpapiere getauscht, ist als Veräußerungserlös der hingegebenen Wertpapiere und als Anschaffungskosten der erhaltenen Wertpapiere der Börsenkurs der erhaltenen Wertpapiere anzusetzen.

In bestimmten Fällen ist demgegenüber keine Steuerpflicht gegeben.

Beispiele:

  • Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien,
  • Umwandlung von Inhaber- in Namensaktien,
  • Umtausch von Depositary Receipts in die dahinter stehenden Aktien.

Darüber hinaus führen bestimmte Kapitalmaßnahmen nach § 20 Abs. 4a EStG nicht zur Steuerpflicht.

Die Einlage eines Wirtschaftsguts in ein Betriebsvermögen ist keine Veräußerung (Ausnahme: verdeckte Einlage).

Einlagen sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. c EStG mit dem Teilwert, höchstens mit den (ursprünglichen) Anschaffungskosten, anzusetzen.

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