Digitalisierung im Rechnungswesen: Wie sich die Arbeit verändert und alle Mitarbeiter davon profitieren

Zusammenfassung

 

Überblick

Im privaten Umfeld erkennen Menschen eine Veränderung ihres Verhaltens durch digitale Abläufe gar nicht mehr als etwas Besonderes. Die Digitalisierung unterstützt und verändert immer intensiver die Art und Weise unserer Kommunikation, unseres Konsums oder unseres Freizeitverhaltens. Was die Menschen im privaten Bereich hinnehmen und nutzen, weckt im beruflichen Bereich immer noch Ängste. Wenn ein Roboter in der Fertigungshalle aufgestellt wird, fragt so mancher Mitarbeiter nach der Konsequenz für seine Arbeit. Mit Industrie 4.0 startet aktuell die vierte industrielle Revolution, die Auswirkungen auf die Arbeitswelt werden dramatisch sein.

Diese Entwicklung ist auch in den Verwaltungen der Organisationen und Unternehmen zu erkennen. Weniger deutlich zwar als in den Produktionsbereichen oder in der Logistik, aber auch im Marketing, im Vertrieb oder im Rechnungswesen stehen digitale Entwicklungen vor der Tür. Bis zur vollständig oder teilweise autonomen digitalen Buchhaltung müssen noch einige Entwicklungen in der Informationstechnologie gemacht werden. Bei der Untersuchung des digitalen Fortschritts bei der künstlichen Intelligenz, in Systemen für autonome Entscheidungen, in der Informationsversorgung oder der Vernetzung wird klar, dass es nur noch wenig Zeit braucht, bis auch im Rechnungswesen die Digitalisierung viele, nein alle Abläufe verändert. Verschließen kann sich dem auf Dauer kein Unternehmen.

Die Buchhalter, die Kostenrechner und Controller machen sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Ist das begründet? Nein, es verlangt aber von den Menschen im Rechnungswesen, sich offen den neuen Anforderungen zu stellen. Wie in jeder industriellen Revolution, von der Einführung der Dampfmaschinen über die Elektrifizierung bis zur Datenverarbeitung, verändern sich die Arbeitsbedingungen dramatisch auch bei der Digitalisierung. Alte Abläufe und Tätigkeiten verschwinden, dafür entstehen neue, anspruchsvollere Aufgaben. Am Ende wird sich herausstellen, dass die Arbeitsplätze im Rechnungswesen digitaler werden, nicht immer im Unternehmen angesiedelt sind und gegenüber der Digitalisierung aufgeschlossenen Menschen neue Chancen bieten.

 

1 Digitalisierung: Neue Strukturen, neue Kommunikationsformen, neue Lösungen

Digitalisierung ist mehr als die Nutzung elektronisch gesteuerter Hilfsmittel. Roboter gibt es in den Fertigungshallen schon seit vielen Jahren, IT-Programme unterstützen die Verwaltung der Unternehmen seit Beginn der EDV-Entwicklung. Bisher wurden vor allem analoge Abläufe und Aufgaben in elektronische Strukturen übertragen. Die Digitalisierung geht viel weiter. Sie schafft neue Strukturen, die mit eigenen Daten, eigenen Definitionen und digital geprägter Zusammenarbeit ihr Optimum finden. Es entstehen neue Werte (z. B. Informationen über die Nutzer), es entwickeln sich neue Formen der Kommunikation (z. B. von der Mail bis zu WhatsApp) und es kommt zu vollkommen neuen Lösungen alter Aufgaben (z. B. autonomes Fahren).

Diese Entwicklung trifft besonders das Rechnungswesen. Aus den privaten Anwendungen und den digitalen Entwicklungen in anderen Unternehmensbereichen drängt die Digitalisierung auch in die Buchhaltung und die Kostenrechnung. Die Fragen nach dort geeigneten Abläufen und Aufgaben stellt sich nicht mehr. Die digitale Technik ist in der Lage, alle Anforderungen aus dem Rechnungswesen zu erfüllen. Wer es schafft, ein Fahrzeug ohne menschliche Eingriffe durch den Straßenverkehr zu bringen, der wird auch die Frage nach der Nutzungsdauer von Anlagegütern oder die Berechnung von Rückstellungen und die Bereitstellung individueller Kosteninformationen lösen.

 

Hinweis

Künstliche Intelligenz lernt

Noch ist nicht jede anspruchsvolle Entscheidung auf ein digitales System zu übertragen. Die ständige Entwicklung der digitalen Technik und vor allem deren Steuerung wird in naher Zukunft weitere Fortschritte bringen. Künstliche Intelligenz wird dann nicht nur Roboter oder Fahrzeuge steuern. Sie wird komplexe Entscheidungsstrukturen beherrschen und die Informationen für optimale Entscheidungen nutzen.

1.1 Voraussetzungen für die Digitalisierung

Grundsätzliche Voraussetzungen für eine Digitalisierung sind

  • das Vorhandensein digitaler Informationen,
  • die digitalen Kommunikationswege und
  • die digitale Zusammenarbeit über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinaus.

Die technischen Voraussetzungen sind gegeben, wenn auch für eine vollständige Digitalisierung vor allem im Bereich von Fertigung und Maschinensteuerung häufig noch die Bandbreite der Kommunikationswege fehlt. Der Wille zur digitalen Zusammenarbeit auch der externen Partner steigt. In einigen Fällen ist der Externe sogar die treibende Kraft. So fordert z. B. der Staat von den steuerpflichtigen Unternehmen digitale Informationen und digitalen Zugriff auf die Daten im Rechnungswesen.

Für die Digitalisierung im Rechnungswesen werden, vor allem in der Buchhaltung, weitere Voraussetzungen zu erfüllen sein, damit eine umfangreiche Digitalisierung erfolgen kann. Die rechtliche Zulässigkeit, die notwendige Genauigkeit und die Organisation in der Buchhaltung muss den Vorschriften entsprechen.

Die...

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