Differenzbesteuerung, bewegliche Gegenstände

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Einkauf ohne Vorsteuerabzug
  • Ein- und Verkaufspreis
  • Differenzbildung
 
Hinweis

Durch das Corona-Steuerhilfegesetz II wird vorübergehend der allgemeine Umsatzsteuersatz von 19 % auf 16 % und der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % auf 5 % reduziert. Da die Senkung der Steuersätze nur befristet vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 gilt, wurde sie in diesem Beitrag nicht berücksichtigt. Informationen zu den Auswirkungen der Steuersatzänderung finden Sie im Beitrag "Absenkung des Umsatzsteuersatzes 2020: Herausforderungen für die Praxis".

1 So kontieren Sie richtig!

 
Praxis-Wegweiser: Das richtige Konto
Kontenbezeichnung SKR 03 SKR 04 Eigener Kontenrahmen Bilanz/GuV
Erlöse Differenzbesteuerung 19 % USt 8240 4240   Umsatzerlöse
Erlöse Differenzbesteuerung ohne Umsatzsteuer 8220 4220   Umsatzerlöse

So kontieren Sie richtig!

Bei der Differenzbesteuerung gemäß § 25a UStG ist die Umsatzsteuer nur für den Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis zu zahlen. Begünstigt sind nur Wiederverkäufer, die mit beweglichen Wirtschaftsgütern handeln. Voraussetzung ist, dass die Gegenstände ohne Vorsteuerabzug erworben wurden, um sie anschließend wieder zu verkaufen. Bei Kunstgegenständen, Sammlungsstücken und Antiquitäten kann die Differenzbesteuerung auch dann angewendet werden, wenn diese vom Unternehmer selbst aus Drittländern eingeführt werden oder wenn er die Kunstgegenstände mit Umsatzsteuer vom Künstler selbst oder von einem anderen Unternehmer erworben hat, der nicht Wiederverkäufer ist.

Bei der Veräußerung bucht der Unternehmer den Erlös in Höhe des Einkaufspreises auf das Konto "Erlöse Differenzbesteuerung ohne USt" 8220 (SKR 03) bzw. 4220 (SKR 04) und den darüber hinausgehenden Differenzbetrag auf das Konto "Erlöse Differenzbesteuerung 19 % USt" 8240 (SKR 03) bzw. 4240 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Bank

an Erlöse Differenzbesteuerung ohne USt/Erlöse Differenzbesteuerung 19 % USt

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Differenzbesteuerung – Buchung Wareneingang und Verkauf

Herr Huber betreibt einen Internethandel mit gebrauchten Wirtschaftsgütern über eBay. Er hat von einer Privatperson einen wertvollen Esstisch für 800 EUR eingekauft. Da Herr Huber beim Einkauf von einer Privatperson keinen Vorsteuerabzug beanspruchen kann, wendet er die Differenzbesteuerung an. Da der Esstisch über 500 EUR gekostet hat, hat Herr Huber kein Wahlrecht zwischen der Einzel- und Gesamtdifferenz. Den Einkauf erfasst er ohne Vorsteuerabzug wie folgt:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
3220/5220 Wareneingang, Einzeldifferenz 800 1200/1800 Bank 800

Diesen Esstisch verkauft Herr Huber für 1.700 EUR. Da er die Differenzbesteuerung anwendet, muss er die Umsatzsteuer aus der Differenz wie folgt mit 19 % heraus rechnen.

 
Verkaufserlös aus dem Esstisch 1.700,00 EUR
Anschaffungskosten 800,00 EUR
Differenz (brutto) 900,00 EUR

Herr Huber rechnet die Umsatzsteuer wie folgt heraus:

 
900 EUR × 19/119 = 143,70 EUR

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1200/1800 Bank 1700,00 8220/4220 Erlöse Differenzbesteuerung ohne USt 800,00
      8240/4240 Erlöse Differenzbesteuerung 19 % USt 756,30
      1776/3806 Umsatzsteuer 19 % 143,70

3 Aufzeichnung und Einrichtung von Konten in der Buchführung

Der Wiederverkäufer, der Gegenstände der Differenzbesteuerung unterwirft, muss diese Angaben für jeden Gegenstand getrennt aufzeichnen

  • den Verkaufspreis bzw. den Betrag, der bei einer innergemeinschaftliche Lieferung anzusetzen ist,
  • den Einkaufspreis und
  • die Bemessungsgrundlage.

Es kann der Gesamtkaufpreis mehrerer Gegenstände in einer Summe aufgezeichnet werden, wenn

  • der Gesamtkaufpreis insgesamt 500 EUR nicht übersteigt oder
  • soweit nach Abzug der Einkaufspreise einzelner Gegenstände (die einzeln aufgezeichnet werden) der Betrag von 500 EUR nicht überschritten wird.

Die Aufzeichnungen über die Differenzbesteuerung sind getrennt von den übrigen Aufzeichnungen zu führen. Es reicht aus, wenn sich die aufzeichnungspflichtigen Angaben aus der Buchführung ergeben, indem z. B. entsprechende Konten eingerichtet werden. Die Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 sehen nicht für alle Sachverhalte besondere Konten für die Differenzbesteuerung vor. D. h., der Unternehmer muss in seiner Buchführung die Konten einrichten, die es ihm ermöglichen seine Aufzeichnungspflichten zu erfüllen.[1]

3.1 Konten für den Wareneinkauf

Wenn der Unternehmer die erforderlichen Angaben in seiner Buchführung aufzeichnen will, muss er den Wareneinkauf, bei dem er die Differenzbesteuerung anwenden will, auf getrennte Wareneingangskonten buchen. Das Konto Wareneingang 3200 (SKR 03) bzw. 5200 (SKR 04) sollte nicht für die Differenzbesteuerung verwendet werden. Ansonsten stehen alle Konten zwischen 3201 bis 3299 (SKR 03) bzw. 5201 bis 5299 (SKR 04) zur Verfügung.

3.2 Konten für den Warenverkauf

Hier sollten ebenfalls getrennte Konten verwendet werden, weil sich ansonsten die Differenzbesteuerung nicht nachvollziehen lässt. Als Erlöskonten sollten zumindest 4 verschiedene Konten eingerichtet werden und zwar

  • für die Einzeldifferenz ohne Umsatzsteuer,
  • für die Einzeldiffer...

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