Controller-Kompetenzmodell,... / A.3.2 Aktivitäts- und umsetzungsorientierte Kompetenzen
 
Gestaltungswille (A/P; Z; S) Fähigkeit, etwas willensstark zu gestalten

Erläuterung:

Gestaltungswille ist der Antrieb, bestehende Verhältnisse, wie Prozesse, Produkte bzw. Leistungen, Systeme und Organisationsformen, nach eigenen Vorstellungen und Werten umzuformen bzw. zu entwickeln. Dafür sind sowohl Gestaltungsfähigkeiten als auch Gestaltungsziele erforderlich.

Kompetenzbegriff:

  • Trägt proaktiv zur Gestaltung von neuen Prozessen, Instrumenten und Systemen im Controlling bei.
  • Realisiert Controlling-Neuerungen auch unter schwierigen Umständen und erträgt Widerstände und Widersprüche bei der Realisierung.
  • Kann wesentliche Erneuerungen im Controlling-Bereich von unwesentlichen unterscheiden und richtet seine Handlungen danach aus.
  • Entgegnet erhöhten Anforderungen im Rahmen der Umsetzung von Controlling-Neuerungen mit erhöhter Aktivität und Handlungsbereitschaft.

Kompetenzübertreibung:

Übernimmt sich mit zu vielen Herausforderungen gleichzeitig; hält zu sehr an einem Vorhaben fest.

Legende:

A/P: Mischform von Aktivitäts- und Umsetzungskompetenz und personaler Kompetenz Z: Output-Kategorie Zukunftsgestaltung S: prozessspezifische Kompetenz
 

Besondere Relevanz – Hauptprozesse

Strategische Planung, Operative Planung & Budgetierung, Risiko­management, Betriebswirtschaftliche Beratung und Führung, Weiterentwicklung der Organisation, Prozesse, Instrumente & Systeme

Begründung Auswahl – Strategische Planung:

Der Gestaltungswille begründet den Anspruch und die Bereitschaft eines Controllers, sich fachlich-inhaltlich in den strategischen Prozess einzubringen. Der Wunsch nach Mitgestaltung an entscheidender Stelle ist es, der einen Controller antreibt, sich in Strategiefragen zu positionieren und sich als anerkannter Gesprächspartner des Managements zu etablieren. Um den strategischen Planungsprozess und das Planungssystem erfolgreich und nachhaltig weiterzuentwickeln, erfordert es konstantes Involvement und einen hohen Gestaltungswillen.

Begründung Auswahl – Operative Planung:

Gestaltungswille treibt Controller an, die operativen Planungsprozesse und das Planungssystem erfolgreich weiterzuentwickeln, deren Effektivität und Effizienz zu steigern und damit auch an Einfluss in der Unternehmenssteuerung zu gewinnen. Aber nicht nur in puncto Prozess und System geht es um Gestaltungsbeiträge der Controller. Sie sollen ein darüber hinausgehendes ausgeprägtes Interesse an der Unternehmensperformance und Geschäftsentwicklung haben und bereit sein, sich aktiv performance-steigernd einzubringen.

Begründung Auswahl – Risikomanagement:

Eine Kernaufgabe im Risikomanagement ist die Risikosteuerung, d. h. vor möglichen Risiken nicht zu kapitulieren, sondern Geschäftsmodelle, Strategien, Pläne und Vorhaben so zu gestalten, dass die damit verbundenen Risiken beherrschbar werden. Ein entsprechender Gestaltungswille ist nicht nur bei den Führungskräften, sondern auch beim Controller notwendig, um mit den Problemen und Hindernissen in der Risikosteuerung fertig zu werden.

Begründung Auswahl – Betriebswirtschaftliche Beratung und Führung:

Interne Beratungsprojekte und beratungsähnliche Controller-Leistungen haben erhebliches Gestaltungspotenzial, das aktiv genutzt werden muss. Dazu braucht es ein hohes Ausmaß an Gestaltungswillen.

Begründung Auswahl – Weiterentwicklung der Organisation, Prozesse, Instrumente & Systeme:

Gestaltungswille ist erforderlich, um Probleme im Controlling-Bereich erfolgreich adressieren zu können. Somit basiert die Weiterentwicklung des Controlling-Bereichs insbesondere auf dem Antrieb der Controlling-Führungskräfte und -Mitarbeiter, die Controlling-Organisation, -Prozesse, -Instrumente und -Systeme entsprechend ihrer eigenen Vorstellungen zu gestalten.
 
Entscheidungsfähigkeit (A/P; L; S) Fähigkeit, Entscheidungen ­unverzüglich zu treffen

Erläuterung:

Entscheidungsfähigkeit ist die Fähigkeit, die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten aktiv und selbstbestimmt zu beurteilen und Prioritäten für das weitere Handeln zu setzen. Entscheidungsunfähigkeit führt zu Handlungsunfähigkeit.

Kompetenzbegriff:

  • Setzt deutliche Prioritäten, um Handlungsalternativen aufzuzeigen; konzentriert sich auf das Wesentliche.
  • Entscheidet aktiv zwischen unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten im Zuge der Entscheidungsvorbereitung; beurteilt Alternativen sowohl betriebswirtschaftlich als auch werteorientiert.
  • Nutzt in Fällen nicht-berechenbarer Entscheidungen den eigenen emotionalen und erfahrungsmäßigen Hintergrund, um nicht handlungsunfähig zu werden.

Kompetenzübertreibung:

Entwirft Entscheidungsvorlagen vorschnell und setzt Entscheidungen ohne Absprache unbedacht um.

Legende:

A/P: Mischform von Aktivitäts- und Umsetzungskompetenz und personaler Kompetenz L: Output-Kategorie Leadership S: prozessspezifische Kompetenz
 

Besondere Relevanz – Hauptprozesse

Kosten- und Leistungsrechnung, Projekt- und Investitionscontrolling, Risikomanagement, Betriebswirtschaftliche Beratung und Führung

Begründung Auswahl – Kosten- und Leistungsrechnung:

Die fachliche K...

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