Computer, Notebook, Tablet-PC

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Selbstständiges Wirtschaftsgut
  • Selbstständige Nutzung
  • Abschreibungsmöglichkeiten

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung
Eigener Kontenplan SKR 03
  0490
IKR  
0086 SKR 04
  0690
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Wartungskosten für Hard- und Software
Eigener Kontenplan SKR 03
  4806
IKR  
0653 SKR 04
  6495
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Kein Unternehmer oder Freiberufler kommt ohne Computer bzw. Notebook aus. Im betrieblichen Bereich wird die Privatnutzung regelmäßig 10 % nicht überschreiten, sodass eine Auseinandersetzung darüber, ob der Computer (PC) fast ausschließlich betrieblich genutzt wird, regelmäßig nicht mehr erforderlich ist. Schafft der Unternehmer einen Computer an, bucht er die Anschaffungskosten auf das Konto "Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung" 0490 (SKR 03) bzw. 0690 (SKR 04). Kosten für eine Garantieerweiterung sind auf das Konto "Aktive Rechnungsabgrenzung" 0980 (SKR 03) bzw. 1900 (SKR04) zu buchen.

 

Buchungssatz:

Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Kauf und Abschreibung eines neuen Computers

Herr Huber kauft im August des laufenden Jahres einen neuen Computer für netto 1.440 EUR (zuzüglich Umsatzsteuer von 273,60 EUR).

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0490 Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.440,00      
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 273,60 1200 Bank 1.713,60
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0690 Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.440,00      
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 273,60 1800 Bank 1.713,60

Herr Huber kann im Jahr der Anschaffung die lineare Abschreibung nur zeitanteilig für 5 Monate beanspruchen. Die lineare Jahresabschreibung beträgt somit 1.440 EUR : 3 Jahre = 480 EUR : 12 Monate × 5 Monate = 200 EUR. Zusätzlich kann Herr Huber die Sonderabschreibung von (1.440 EUR × 20 % =) 288 EUR beanspruchen, ohne dass eine zeitanteilige Kürzung vorzunehmen ist.

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
4830 Abschreibungen auf Sachanlagen (ohne AfA auf Kfz und Gebäude) 200      
4851 Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG (ohne Kfz) 288 0490 Sonstige Betriebs- und ­Geschäftsausstattung 488
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
6220 Abschreibungen auf Sachanlagen (ohne AfA auf Kfz und Gebäude) 200      
6241 Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG (ohne Kfz) 288 0690 Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 488

3 PC mit Peripheriegeräten: Wann erfolgt die Zuordnung zum Betriebsvermögen und wie wird richtig abgeschrieben

Im betrieblichen Bereich werden Computer/Notebooks/Netbooks, Tablet-PCs in vollem Umfang als Betriebsvermögen ausgewiesen, weil die Privatnutzung von regelmäßig 10 % nicht überschritten wird und somit von untergeordneter Bedeutung ist. Für die steuerliche Behandlung kommt es darauf an, ob der Computer zusammen mit Peripheriegeräten

  • als einheitliches Wirtschaftsgut "Computeranlage" eingestuft werden kann oder
  • ob es sich um Einzelwirtschaftsgüter handelt,
  • die selbstständig nutzbar sind oder
  • die nur eigenständig bewertbar sind.

Diese Unterscheidung ist zwingend erforderlich, wenn es darum geht, die Abschreibung zutreffend zu ermitteln. Nur ein selbstständig nutzbarer PC kann ein geringwertiges Wirtschaftsgut sein oder in einen Sammelposten eingestellt werden. Ansonsten ist der PC mit seinen Peripheriegeräten über die amtlich festgelegte Nutzungsdauer von 3 Jahren abzuschreiben.

3.1 Wann selbstständige Nutzbarkeit vorliegt

Um einen Computer überhaupt nutzen zu können, benötigt der Unternehmer zumindest einen Tower (Zentraleinheit), einen Monitor, eine Tastatur und eine Maus. Keiner dieser Bestandteile ist für sich selbstständig nutzbar. Es stellt sich daher die Frage, ob alle diese Teile zu einem selbstständigen Wirtschaftsgut "Computeranlage" zusammengefasst werden können. Nach dem BFH-Urteil vom 15.7.2010[1] ist es nicht möglich, den Computer zusammen mit den Peripheriegeräten als eine Einheit zu betrachten.

Würden Tower (Zentraleinheit), Monitor, Drucker, Tastatur und Maus als ein einheitliches Wirtschaftsgut "Computeranlage" zusammengefasst, müsste z. B. der Neukauf eines Druckers oder PC-Monitors als Erhaltungsaufwand gebucht werden. Aber gerade dies lehnt der BFH in seinem Urteil vom 15.7.2010[2] ab. Mehrere Gegenstände können nur dann zu einem einheitlichen Wirtschaftsgut zusammengefasst werden, wenn die einzelnen Teile nach ihrer Verbindung ihre Eigenständigkeit verlieren würden. Das ist gerade bei einem Computer nicht der Fall, auch wenn er zusammen mit Peripheriegeräten gekauft wird. Lt. BFH kann ein Drucker nicht als unselbstständiger Bestandteil eines Wirtschaftsguts "Computeranlage" behandelt werden.

3.2 Computer: Beurteilung der Zusammensetzung bzw. Ausstattung

 
Beschreibung Besonderheiten selbstständig
    nutzbar?
Tower/Zentraleinheit Kernstück, in dem die Zentraleinheit, das DVD-Laufwerk usw. untergebracht sind - einzeln i.  d.  R. mit Tastatur erwerbbar nein
Tastatur Kann in unterschiedlichen Ausführungen einzeln erworben werde...

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