Compliance: Cloud Computing... / 2 Wesentliche Merkmale des Cloud-Computing

Anstatt IT-Ressourcen selbst zu erwerben und im unternehmensinternen Rechenzentrum zu betreiben, können diese vom Kunden beim Anbieter von Cloud-Dienstleistungen bedarfsorientiert reserviert, genutzt und wieder freigegeben werden. Die benötigten Ressourcen werden also vom Anbieter über ein Netzwerk (Internet oder Intranet) zur Verfügung gestellt und unterstützen so die EDV des Kunden ohne physisch in dessen Unternehmen vorhanden zu sein.

Das Cloud Computing weist folgende charakteristische Eigenschaften auf:,

  • Selbstbedienung nach eigenem Bedarf
  • Kunden können kurzfristig und je nach derzeitigem Bedarf IT-Ressourcen reservieren, nutzen oder freigeben. Ein Eingriff des Personals des Anbieters ist dabei nicht nötig.
  • Breiter Netzwerkzugriff
  • Die Dienste können von jedem Endgerät aus über ein Netzwerk (Internet oder Intranet) genutzt werden, sie sind plattformunabhängig (PC, Tablets, etc.).
  • Hohe Elastizität
  • Falls sich beim Kunden Bedarfsschwankungen ergeben, können die genutzten Ressourcen jederzeit dynamisch, z. T. automatisch angepasst werden, um beispielsweise jahreszeitenabhängige Spitzenbelastungen (Einzelhandel: Weihnachten etc.) abdecken zu können. Für den Kunden hat es den Anschein als ob Ressourcen ohne Begrenzung zur Verfügung stehen.
  • Durchgängige Leistungsüberwachung und Abrechnung entsprechend der Nutzung
  • Der Einsatz der Ressourcen wird permanent durch den Anbieter dokumentiert. So kann sichergestellt werden, dass sowohl der Kunde als auch der Anbieter einen genauen Überblick über die genutzten Ressourcen und die damit verbundenen Kosten haben. Darüber hinaus dient die permanente Überwachung auch der Optimierung der Systemnutzung.
  • Gemeinsame Nutzung gebündelter Ressourcen
  • Um die oben angesprochene Elastizität gewährleisten zu können, werden die Ressourcen des Anbieters gebündelt und physische und virtuelle Ressourcen den Kunden dynamisch zugeteilt. Gibt ein Kunde also Ressourcen frei, so können diese von einem anderen Kunden genutzt werden. Dabei werden die Ressourcen von den Anbietern auch zwischen verschiedenen Serverfarmen flexibel auch im In- und Ausland verteilt. Diese Flexibilität führt andererseits aber dazu, dass der Kunde nicht weiß, an welchem Ort sich die gerade genutzten Ressourcen befinden und ob der Server noch von anderen Kunden genutzt wird. Daraus kann auch folgen, dass der Anwender nicht mehr weiß, wo sich seine Daten befinden und welche Rechtsvorschriften gegebenenfalls zu beachten sind.

Angesichts der kurzen Entwicklungszyklen und sich immer wieder neu gestaltenden Anforderungen der Unternehmen einerseits und der neuen technischen Möglichkeiten andererseits weist der Markt für Cloud Computing eine enorme Dynamik auf. Frühere reine Softwareanbieter wie Microsoft, SAP oder aber auch Amazon mit seinen Amazon Web Services bieten heute umfassende Cloud Services an. Daneben transformieren sich frühere Hostingdienstleister zu Anbietern von Cloudmanagement-Dienstleistungen und klassische Systemintegratoren bieten Unternehmen ihre Dienste bei der Transformation der Unternehmen in die Cloud an.

Angesichts der hohen Anforderungen an umfassende Kenntnisse auf den Gebieten Technologie, aber auch Datenschutz und Compliance sind die meisten Unternehmen auf Dienstleister angewiesen, da die Vorteile der Cloud für diese Unternehmen zwar gerade interessant sind, häufig aber das Knowhow und die Ressourcen fehlen, um diese Vorteile nutzen zu können und die Risiken beherrschbar zu machen.

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