Zusammenfassung

 
Überblick
  • Unternehmen können Nachhaltigkeit in der Supply Chain nur erreichen, wenn dies als strategisches Ziel klar formuliert und in der Gesamtstrategie verankert wurde.
  • In diesem Zusammenhang gilt es klar zu definieren, welche Dimensionen von Nachhaltigkeit Berücksichtigung finden sollen und wie diese umgesetzt werden sollen.
  • Die Transparenz im eigenen Transportnetzwerk spielt eine entscheidende Rolle. Die große Herausforderung bei dieser Umsetzung liegt in der Datenbasis bzw. in der ganzheitlichen Nutzung bestehender Daten.
  • Wie viele Projekte gezeigt haben, müssen sich Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz nicht ausschließen.

    Der Beitrag zeigt anhand eines Praxisbeispiels, wie der Aufbau und die Optimierung einer Klimabilanz erfolgen können und welche Schritte und Varianten dabei zu berücksichtigen sind.

 

1 Ein typisches Praxisbeispiel

Die Firma CoolCarsParts GmbH ist ein fiktives Unternehmen der Automobilzulieferindustrie. CoolCarsParts beliefert die Automobilhersteller weltweit und ist selbst auch global aufgestellt. Die rund 30 nationalen und internationalen Fertigungsstandorte befinden sich zum Teil in der örtlichen Nähe des Kunden, um eine Just-in-Time-Lieferung zu gewährleisten sowie zum anderen Teil an strategischen, lohnkostengetriebenen Standorten.

Die Supply Chains von Lieferanten, den Werken untereinander und Kunden sind komplex und international. Hieraus ergeben sich auch besondere Herausforderungen an die Transportlogistik, denn die Rohstoffe, Baugruppen und Fertigwaren werden global eingekauft, gefertigt und verschickt. Um die Supply Chains zu steuern, werden hierzu Consolidation Centers (CC) genutzt. Vorrangiges Ziel ist es, die Auslastung der Transporte stets zu optimieren und so die Transportkosten auf einem geringen Niveau zu halten.

Für das Unternehmen steht die Profitabilität an erster Stelle, die allerdings durch den Preisdruck der Kunden zunehmend schwieriger sichergestellt werden kann. Das Thema Nachhaltigkeit wurde im Unternehmen bis dato eher als Gegensatz zur Wirtschaftlichkeit betrachtet und stand daher regelmäßig im Hintergrund. Da dieses Thema aber von den eigenen Kunden immer mehr getrieben und gefordert wird, und vor dem Hintergrund des Klimawandels und der steigenden CO2-Abgaben zunehmend auch finanzielle Risiken birgt, möchte CoolCarsParts sich nun doch mit dem Thema auseinandersetzen.

Als Basis für die Verankerung im Unternehmen, wurde im Rahmen des Strategieprozesses ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsverständnis erarbeitet, das sowohl ökologische Themen als auch soziale und ökonomische Aspekte umspannt. Eine reine Fokussierung auf das Thema Emissionen – wenngleich dies als eines der wichtigsten Felder identifiziert wurde – würde zu kurz greifen und den Anforderungen der Kunden nicht gerecht werden.

2 Vom Ziel zur Umsetzung

Für das Controlling des Unternehmens stellt sich nun die Aufgabe, wie der in der Mission formulierte Wunsch operationalisiert und in konkrete Umsetzungsschritte überführt werden kann. Denn auch für dieses Thema gilt die Maxime "you can't manage what you can't measure". Die weitere Herangehensweise soll hier am Beispiel der Eingangslogistik (Upstream) vorgestellt werden und lässt sich mit den notwendigen Abänderungen auch für andere Unternehmensbereiche adaptieren.

Um Nachhaltigkeit im Unternehmenskontext greifbar zu machen, bieten sich in einer ersten Annäherung die drei verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit an, die ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit:

  • Ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet, Ressourcen im Unternehmen nicht zu verschwenden und für zukünftige Generationen eine wirtschaftliche Basis zu bieten. Bereits heute gibt es hier einige Ziele und Aktivitäten der Firma CoolCarsParts, wie z. B. die Aktivitäten im Bereich Lean-Management zur Vermeidung von Verschwendungen. Die hier durchgeführten Optimierungen im Sinne einer Ökoeffizienz haben in der Regel neben Kosteneinsparungen auch einen Bezug zu den Einsparungen in der CO2-Bilanz.
  • Soziale Nachhaltigkeit beschreibt die bewusste Organisation von sozialen und kulturellen Systemen. Dies kann durch die Verbesserung des Humankapitals, bspw. durch Bildung und der Stärkung sozialer Werte und Einrichtungen erreicht werden und verbessert damit die Widerstandsfähigkeit eines sozialen Systems entscheidend. Innerhalb von Unternehmen betrifft dies bspw. die Auswirkungen sozialen Handelns im Umgang mit Mitarbeitern, den Beziehungen zu Interessengruppen oder der allgemeinen Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Gesellschaft.[1]
  • Der Begriff der Ökologischen Nachhaltigkeit beschreibt den weitsichtigen und rücksichtsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Die ökologische Nachhaltigkeit bezieht sich auf das Überleben und den Gesundheitszustand von Ökosystemen. Eine Vernachlässigung der ökologischen Nachhaltigkeit führt dazu, dass bestimmte Ressourcen unwiderruflich zerstört oder unbrauchbar gemacht werden und damit die Chancen für jegliche weitere Entwicklungen vernichtet werden.[2]

Diese Dimensionen müssen im Sinne von konkreten Ambitionen und Ziele...

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