Blockchain: Potenzielle Auswirkungen auf das Controlling

Zusammenfassung

  • Die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, Unternehmen nachhaltig zu verändern und Unternehmensprozesse zu optimieren. Die Konsensmechanismen, die Private-Public-Key-Kryptographie und die kryptographische Hashfunktion sowie die Möglichkeit, Prozesse durch Smart Contracts zu automatisieren, sind die Hauptaspekte, die den Einsatz dieser Technologie so interessant machen.
  • Innerhalb des Controllings wäre ein potenzieller Einsatz der Blockchain-Technologie in der Planung, Budgetierung und dem Forecast, der Kostenrechnung, dem Management Reporting sowie im Risikocontrolling vorstellbar. Daten könnten so in Zukunft schneller erhoben und bereitgestellt werden.
  • Weiterhin ermöglicht die Blockchain Einsparungen bei der Prüfung und Auditierung von Geschäftsprozessen und Geschäftsberichten.
  • Die Blockchain ist eine vielversprechende Technologie, die im Controlling durchaus gewinnbringend eingesetzt werden kann. Controller sollten sich daher schon heute mit ihr auseinander setzen und potenzielle Anwendungsmöglichkeiten im Controlling untersuchen.

1 Was ist so neu an der Blockchain?

In Zeiten der Digitalisierung ist der Begriff "Blockchain" neben anderen Schlagworten wie "Künstliche Intelligenz" in aller Munde. Bekannt wurde die Blockchain in erster Linie durch die Kryptowährung Bitcoin im Jahr 2008.

Die Blockchain hat das Potenzial, operative Prozessabläufe stark zu vereinfachen, wodurch sie ganze Geschäftsmodelle nachhaltig beeinflussen könnte. Darüber hinaus erfährt der Aspekt des Vertrauens durch die Blockchain-Technologie eine komplett neue Bedeutung, da bedingt durch das Prinzip der Dezentralisierung keiner zentralen, zwischengeschalteten Instanz mehr vertraut werden muss. Folglich kann die Blockchain auch als "Digitalisierung des Vertrauens" bezeichnet werden.

Das grundlegende Potenzial der Blockchain-Technologie übersteigt somit mittlerweile bei Weitem dessen ursprüngliche Intention als reines elektronisches Zahlungssystem. Folglich setzen sich immer mehr Unternehmen strategisch mit dieser neuartigen Technologie auseinander, weshalb eine kontinuierlich steigende Anzahl an Blockchain-Projekten zu verzeichnen ist.

Trotz der Allgegenwart der Blockchain-Technologie ist jedoch noch weitestgehend unbekannt, welche Auswirkungen diese zukünftig auf das Controlling haben könnte. Diesen Aspekt betrachtet dieser Artikel anhand erster exemplarischer Untersuchungen.

2 Blockchain-Technologie

2.1 Was ist die Blockchain?

Die Blockchain-Technologie wurde 2008 von einem Entwickler unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto als die der Kryptowährung Bitcoin zugrundeliegende Technologie entwickelt. Ursprünglich wurde die Blockchain als ein elektronisches Zahlungssystem konzipiert, das auf Basis eines dezentralen Netzwerks Finanztransaktionen peer-to-peer, sprich ohne dritte Instanz wie Banken, ermöglicht. Folglich wurde die Blockchain-Technologie ursprünglich dafür entwickelt, das im Finanzbereich weit verbreitete Problem des "Double Spending" zu lösen und gleichzeitig Transaktionskosten weitgehend zu reduzieren. Bei der Blockchain handelt es sich im Grunde genommen um ein sog. "Public Ledger", auch Hauptbuch genannt, in dem jede Transaktion gespeichert wird, die jemals durchgeführt wurde. Eine besondere Eigenschaft der Blockchain ist zudem das Prinzip der Dezentralisierung, das dafür sorgt, dass sämtliche durchgeführten Transaktionen unter allen Teilnehmern im Netzwerk geteilt werden. Die Blockchain ist also eine globale Infrastruktur, die oft mit dem Internet verglichen wird. Eine zentrale Instanz, die die Blockchain kontrolliert oder gar besitzt, existiert nicht.

Grundsätzlich besteht eine Blockchain ("Blockkette") aus Informationsblöcken, die jeweils den vorherigen Block referenzieren und dadurch eine Kette bilden. Bestimmte Rechenmechanismen verhindern ein nachträgliches Bearbeiten oder gar Löschen von Transaktionen, die bereits zu einer Blockchain hinzugefügt wurden. Sog. Konsensmechanismen sorgen dafür, dass eine Transaktionsüberprüfung dezentral über alle Teilnehmer im Blockchain-Netzwerk sichergestellt wird. Es muss also keinem zentralen, zwischengeschalteten Akteur mehr vertraut werden.

Darüber hinaus werden sämtliche Transaktionen mit sog. Zeitstempeln versehen. Folglich kann nachgewiesen werden, dass der Blockchain hinzugefügte Transaktionen zu einem bestimmten Zeitpunkt existiert haben.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die fundamentalen Eigenschaften der Blockchain-Technologie Transaktionen ein hohes Maß an Transparenz und Sicherheit verleihen.

2.2 Zusammensetzung und Funktionsweise der Blockchain-Technologie

Die Technologie der Blockchain basiert auf bereits etablierten Technologien, die in einem neuen übergreifenden System zusammengefasst werden. Im Wesentlichen spielen hierbei die Konzepte des Konsensmechanismus, der Private-Public-Key-Kryptographie sowie der kryptographischen Hashfunktion eine entscheidende Rolle. In den folgenden Unterkapiteln werden diese essenziellen Komponenten einer Blockchain näher untersucht.

2.2.1 Konsensmechanismen

Konsensmechanismen stellen die Gültigkeit von Transaktionen sicher und sorgen dafür, dass sämtliche Teilnehmer im Blockchain-Netzwerk über dieselbe Transaktio...

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