Blended Learning für MS-Excel in der Controller-Weiterbildung

Zusammenfassung

  • Excel ist auch in Zeiten von Business Intelligence (BI) und Advanced Analytics immer noch das wichtigste Front End der Controller. Seine Bedeutung bei Analysen und Visualisierung nimmt sogar noch zu.
  • In Zeiten der Digitalisierung verändern sich auch Weiterbildungsformen rapide und finden immer mehr webbasiert statt. Blended Learning ist hier ein vielversprechender Ansatz, der auch für die betriebliche Weiterbildung im Bereich der Excel-Ausbildung zum Einsatz kommen kann.
  • In dem Beitrag wird ein ursprünglich für den Hochschulbereich entwickeltes Konzept vorgestellt, das auf den Einsatz in Unternehmen übertragen und dabei auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens angepasst werden kann.
  • Es besteht aus den didaktischen Teilkonzepten "Blended Learning im Inverted-Classroom-Modell" und "Kooperatives Lernen in der Think-Pair-Share-Methode". Zudem werden die inhaltlichen und technischen Schwerpunkte vorgestellt.

1 Neues Aufgabenspektrum erfordert neue Weiterbildungsformen

In Zeiten der Digitalisierung ändert sich sowohl das Aufgabenspektrum vieler Berufe als auch die Wege der Wissensvermittlung für die dazu notwendigen Qualifikationen in der Aus- und Weiterbildung. Das Controlling steht hier vor der besonderen Herausforderung, da aktuell dessen Rolle zwischen dem Business Partner einerseits und dem Data Scientist andererseits komplett neu definiert wird. Die Verunsicherung über die Zukunft der Controller in Zeiten der Digitalisierung ist aktuell groß. Dies gipfelt in Fragestellungen wie "Digitale Transformation – Controller überflüssig?" oder "Controlling ohne Controller?" auf den Titelseiten nicht nur einschlägiger Fachzeitschriften.

In Zeiten der Digitalisierung ist der Umgang mit Daten und deren Analyse eine immer wichtigere Kernqualifikation. Auch wenn im Rahmen dieser Transformation andere, meist weiterführende Konzepte und Werkzeuge, wie z. B. Big-Data-Anwendungen für Data Lakes oder Predictive Analytics Tools mit ihren innovativen Algorithmen genannt werden, bildet Microsoft-Excel als Front End nach wie vor die Grundlage vieler Analyse- und Controllingaufgaben in Unternehmen.

Weiterbildungsaktivitäten in diesem Bereich verändern sich ebenfalls rapide und finden heutzutage zunehmend digitalisiert bzw. virtuell statt. Blended Learning ist hierzu ein vielversprechender Ansatz, der ebenfalls für die betriebliche Weiterbildung im Bereich der Excel-Ausbildung zum Einsatz kommen kann, kombiniert er doch kürzere Präsenzphasen mit längeren Selbstlernphasen. In dem Beitrag wird ein ursprünglich für den Hochschulbereich entwickeltes Konzept vorgestellt, welches auf den Einsatz in Unternehmen übertragen und dabei auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens angepasst werden kann.

2 Einsatz von MS-Excel als Front End im Controlling

Im Business-Intelligence-Ordnungsrahmen ist Excel als Front End für den Controller unverzichtbar (s. Abb. 1). Anders als im Management bzw. Fachbereich mit der Tendenz zu einfach und intuitiv bedienbaren Self-Service-Anwendungen benötigt das Controlling als Power-User ein flexibles Front End, welches ihm ad hoc Analysen oder Wirtschaftlichkeitsrechnungen ohne große Abstimmung mit der Informationstechnik erlaubt. BI-Konzepte und Tools sehen daher Excel als Werkzeug für Datenanalysen explizit vor. Excel-Kenntnisse haben nicht nur deshalb seit langem einen hohen Stellenwert bei den IT-Qualifikationen für Controller.

Wäre in Zeiten der Digitalisierung mit der Vielzahl neuer Analyse- und Visualisierungstools nun zu vermuten, dass die Bedeutung dieses Standardwerkzeugs abgenommen hat, so ist doch das Gegenteil der Fall. In einer aktuellen Befragung zu Data Analytics geben 70 % der befragten Unternehmen an, dass sie die Tabellenkalkulation MS-Excel als Software für die Datenanalyse und -visualisierung verwenden. Die Bedeutung scheint in den vergangenen Jahren daher eher noch zugenommen zu haben, was in Zeiten der Verschiebung des Berufsbildes nicht sonderlich verwundert, wenn das Controlling die Daten selber analysieren und nicht nur auf den Einsatz von Data Scientists angewiesen sein möchte.

Abb. 1: Einsatz von MS-Excel als Front End im BI-Ordnungsrahmen

Der Bedarf an Aus- und Weiterbildung für Tabellenkalkulationsprogramme hat in der jüngsten Zeit somit noch zugenommen. Ist schon grundsätzlich zu vermuten, dass die Endanwender nur mit einem Bruchteil der Funktionen der Programme vertraut sind, so erfordert die weitergehende Datenanalyse umfangreichere Kenntnisse der Programme und Funktionen. Der Ausbildungsbedarf wird daher von der IDG Research Group als hoch eingeschätzt, zumal die Unternehmen bislang zögerlich waren, Analytics Know-How in den Fachabteilungen aufzubauen und Weiterbildungen anzubieten. Die Gründe hierfür mögen vielfältig sein. So ist sicherlich das enge Zeitkorsett in den Controlling-Abteilungen ein Hinderungsgrund, Mitarbeiter gerade zu Excel-Schulungen freizustellen. Mitunter werden die Kenntnisse auch einfach vorausgesetzt und/oder falsch eingeschätzt. Und nicht zuletzt stellen heterogene Kenntnisstände bei den Anwendern eine nicht unbeträchtliche Hürde für Gruppenschulungen da...

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