Bilanzierungsverstöße: Rech... / 2.3.1.2.4 Durchführung einer Sonderprüfung wegen unzulässiger Unterbewertung
 

Rz. 152

Eine Aktionärsminderheit (deren Anteile zusammen mindestens 5 % des Grundkapitals oder den anteiligen Betrag von 500.000 EUR erreichen, § 258 Abs. 2 Satz 3 AktG) kann unter bestimmten Umständen bei Gericht einen Antrag auf Durchführung einer Sonderprüfung wegen unzulässiger Unterbewertung stellen (§§ 258ff. AktG). Im Gegensatz zur Nichtigkeitsklage, die darauf gerichtet ist, den gesamten Jahresabschluss zu beseitigen, richtet sich die Sonderprüfung nur gegen den Bestand einzelner Posten des Jahresabschlusses und/oder Anhangs.

 

Rz. 153

Die gerichtliche Bestellung eines Sonderprüfers erfolgt, wenn Anlass für die Annahme besteht, dass

  • in einem festgestellten Jahresabschluss bestimmte Posten nicht unwesentlich unterbewertet sind (für die Unterbewertung gilt die Legaldefinition des § 256 Abs. 5 Satz 3 AktG entsprechend; die h. M. bestimmt das Gewicht der Unterbewertung an ihrer Relation zum Gesamtverhältnis des Unternehmens; andere stellen auf den einzelnen Posten ab, der dann nicht unwesentlich unterbewertet sei, wenn sein Ist-Betrag merklich niedriger sei als der gesetzlich zulässige Mindestbetrag; die h. M. führt in vielen Fällen dazu, dass dieses Rechtsinstitut seine praktische Bedeutung verliert) oder
  • der Anhang die vorgeschriebenen Angaben nicht oder nicht vollständig enthält und diese auch auf Nachfragen in der Hauptversammlung nicht gemacht wurden.

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