Bilanzanalyse in der HGB- u... / 6.3.2.2 Vermögensumschlag
 

Rz. 148

Die Analyse des Vermögensumschlags trägt der Tatsache Rechnung, dass die Erfolgs- und Finanzlage einer Unternehmung neben der Struktur des Vermögens gleichermaßen von seiner Nutzungsintensität beeinflusst wird. Die Untersuchung des Vermögensumschlags erfolgt anhand von Umschlagshäufigkeiten oder Umschlagsdauern bzw. Bestandsreichweiten. Dabei zeigt der Umschlagskoeffizient die Häufigkeit an, mit der ein Vermögenswert in einer vorgegebenen Periode umgeschlagen wird. Umschlagddauern bzw. Bestandsreichweiten drücken den reziproken Wert der Umschlagshäufigkeit aus. Die Umschlagsdauer bzw. Bestandsreichweite definiert den benötigten Zeitraum zum einmaligen Umschlag eines Vermögenswerts.

Konkret werden Kenntnisse über die Vermögensbindung und die dadurch verursachten finanziellen Belastungen einer Unternehmung erlangt. Der Einstieg in die Vermögensumschlagsanalyse beruht auf folgender Kennzahl:

 
Umschlagshäufigkeit des Gesamtvermögens = Umsatz/Gesamtleistung
Gesamtvermögen
 

Rz. 149

Aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren der Umschlagshäufigkeit des Gesamtvermögens ist eine verfeinerte Analyse der Umschlagsgegebenheiten einzelner Vermögensposten zweckmäßig; eine isolierte Betrachtung ist wenig aussagekräftig. Das betriebliche Umlaufvermögen gilt als kurzfristig gestaltbar und ist demzufolge von besonderem Interesse. Folgende Kennzahlen ermöglichen eine detailliertere Betrachtung seiner Nutzungsintensität:

 
Bindungsdauer der ­Lieferforderungen = Lieferforderungen x 365 Tage
Umsatz/Gesamtleistung
Bindungsdauer der ­Erzeugnisbestände = fertige und unfertige ­Erzeugnisse x 365 Tage
Umsatz/Gesamtleistung
Bindungsdauer der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe = Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe x 365 Tage
Umsatz/Gesamtleistung

Auf dieser Grundlage ergeben sich Aussagen über die Angemessenheit der jeweiligen Bestände: Durch auffallende Verlängerung der Bindungsdauern im zeitlichen Vergleich sind sich anbahnende Fehlentwicklungen zu erkennen. Weiteres Aussagegewicht bekommen diese Kennzahlen durch einen überbetrieblichen Vergleich, wo betriebliche Schwachstellen in Vorratshaltung und Logistik durch eine weniger intensive Nutzung des Vermögens als in anderen Unternehmen deutlich wird.

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